Präsentations-Termine

 

Programm 2015

11.März,2015:                                                                                                                                   Kurz-Vortrag(60Min) bei den MGV-Senioren in Ötigheim, Gasthaus Krone; Beginn  15.00 Uhr

08.Juli,2015:                                                                                                                                         Kurzvortrag(60 Min), Seniorengruppe Ottenau, Gemeindezentrum; Beginn 15.00 Uhr

 

 

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Multimedia-Präsentation zu meiner Reise ?

Eine Multimedia-Präsentation zu meiner Reise, ja die wird es auf jeden Fall geben.

In den letzten Wochen war ich mit Hochdruck damit beschäftigt aus ca. 10 000 Aufnahmen die besten Bilder herauszufiltern, um diese in eine entsprechende Form zu bringen.

Es wird eine Normalversion mit 90 Min. Dauer (60 Min.-15 Min.Pause-30 Min) und ebenso eine Kurzversion mit 45 Min. Dauer geben.

Anfragen dazu bitte an die emailadresse welche auf dieser Homepage unter „Impressum“ hinterlegt ist – Danke.

Bis dahin wünsche ich Euch zunächst einmal eine besinnliche Weihnachtszeit und ein glückliches neues Jahr.

Bleibt gesund und vergesst nicht Eure Träume.

Liebe Grüße aus dem Schwarzwald

Oswald Maier

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Resümee (m)einer Traumreise

Liebe Mitreisende,

zunächst einmal möchte ich Euch um Verständnis bitten, für die „Wortlosigkeit“ der letzten Tage. Ich habe die Zeit genutzt, um mich selbst und mein Gespann wieder etwas zu sortieren. Es ist Wahnsinn, was sich in 4 Monaten auf rund 8 Quadratmetern so alles ansammelt und danach irgendwie wieder verstaut werden muss.

Ganz, ganz großen Dank für die sehr zahlreichen und anerkennenden Gästebucheinträge und Kommentare in meiner Homepage zum Ende meiner Reise, ich habe sie natürlich alle gelesen und habe mich sehr darüber gefreut.

Der Empfang zu Hause in Winkel war grandios, niemals mehr werde ich diesen Augenblick vergessen. Ein besonderer Gag ließen sich Ruth und Pedro aus der Schweiz einfallen. Sie hatten mir schon vor Wochen „angedroht“ mich auf dem Heimweg „überfallen“ zu wollen. Von den meisten unbemerkt, am Waldrand, ca. 200 Meter vor meiner Haustüre ist es dann auch plötzlich und unerwartet passiert. Zwei vermummte Gestalten haben mich mit „Waffengewalt“ gestoppt und haben mir eine Wegzehrung für die letzten Meter mitgegeben. Herzlichen Dank Euch Beiden, die Überraschung ist Euch gelungen. Dank auch an Wilfried, welcher mich schon in Oberweier mit seinem selbstgebauten „Fantasie-Motorrad mit Traktorhinterreifen“ abgeholt hat. Ohne ihn hätte ich nach 4 Monaten vermutlich den Heimweg nicht mehr gefunden. Vielen Dank an Robert für das Feuerwerk, an Ursel, Fritz sowie Armin für euren unermüdlichen Einsatz vor und während meiner Ankunft. Herzlichen Dank an meine Familie und Freunde für die Mithilfe und Unterstützung. Mein besonderer Dank gilt natürlich auch allen Besuchern, welche es sich nicht nehmen ließen, trotz zeitweiligem Regen, mich schon teilweise ab Wintersdorf in Empfang zu nehmen und mich bei meiner Ankunft in Winkel zu begrüßen – Ihr habt mir damit eine sehr große Freude bereitet.

Zahlen-Daten-Fakten zur Reise.

Gesamt-Kilometer: 10 000 km durch 11 Länder
Verbrauch Diesel: 1391 Liter (14.26Liter/100km)
Gesamt-Fahrzeit : ca.573 Stunden (Durchschnittsgeschwindigkeit ca.17 km/h)

Technische Defekte:

  • Heiß gelaufene Auflaufbremse am ersten Tag
  • Verschmorte Sicherung von Kühlbox
  • 1x defekte Glühbirne am Anhänger
  • 1x defekte Standlichtbirne Traktor
  • 2x defekte Glühbirne Hauptscheinwerfer Traktor
  • 3x kratzende Geräusche Anlasser
  • 1x klemmende Einspritzdüse
  • Zum Schluß hin beginnende Undichtigkeit Zylinderkopf
  • Abgerissener linker Aussenspiegel durch überholendes norwegisches Wohnwagengespann

Persönliche Erfahrungen:

  • Das Größte und Wertvollste während der gesamten Reise waren die Begegnungen mit den Menschen !!
  • Alle positiven Erwartungen wurden weit mehr als übertroffen, negative Befürchtungen sind nicht eingetroffen.
  • Ich habe es zu keinem Zeitpunkt bereut diese Reise gemacht zu haben und habe es auch niemals bereut, sie genau jetzt gemacht zu haben. Ich denke es war für mich genau der richtige Zeitpunkt.
  • Der finanzielle „Verlust“ ist unbedeutend gegenüber den Erfahrungen, Eindrücken und Erlebnissen während der Reise.
  • Durch die Langsamkeit der Reise intensivere Eindrücke von der Natur
  • Unterstützung von der gesamten Familie, von Freunden und von bis dahin mir fremden Personen
  • Zeit zu haben
  • Tage selbstbestimmt zu gestalten
  • Reisen „ohne Zeitlimit“
  • Nach meiner Hochzeit und der Geburt meiner Kinder das schönste Erlebnis in meinem Leben
  • Ich freue mich schon jetzt auf die Weiterführung zahlreicher Kontakte und Begegnungen nach der Reise.
  • Es war unglaublich bereichernd, während der Reise von „Mitreisenden“ hunderte Gästebucheinträge und Kommentare zu meinen Berichten zu erhalten.
  • Es hat mir großen Spaß gemacht, zahleiche „Mitreisende“ mit meinen Berichten zu unterhalten und evtl. für die verwirklichung/Umsetzung der eigenen Träume zu begeistern

An dieser Stelle liegt es mir am Herzen mich bei Allen zu bedanken, welche auf verschiedenste Art und Weise zur Erfüllung meines Traumes beigetragen haben. Sei es mit Ratschlägen, technischen Tipps, Mithilfe bei der Restaurierung des Traktors,Unterstützung zu Hause, div. Stellvertretungen bei meiner Arbeit in der Firma,mit aufmunternden Kommentaren,Reiseaufzeichnung, Sponsoring, Datensammlen, Übersetzungen von Zeitungsberichten, Ratschlägen zu Sehenswürdigkeiten während der Reise, Mithilfe bei der Erstellung und Betreuung meiner Homepage, bei fremden Personen welche mir Einblick gewährten in ihr Leben, bzw. in ihre Welt, für viele interessante Einladungen während der Reise, und so vieles Weitere mehr………….!

Ich hoffe, mit meiner „Berichterstattung“ während der Reise auch Euch, den zahlreichen „Mitreisenden“ eine Freude bereitet zu haben.

Ich kann in Worten nicht ausdrücken, was ich zum Ende meiner Reise fühle, ich werde Wochen benötigen, um mich wieder zu „sortieren“. Jetzt geniese ich es erst einmal nach 4 Monaten wieder zu Hause zu sein.

Verschweigen möchte ich aber auch nicht zwei sehr schmerzliche Erfahrungen während meiner Reise. In der Zeit, in der ich gerade eine Hochphase in meinem Leben geniesen durfte, sind zwei mir sehr nahe stehende Cousins im Alter von 53 Jahren und 59 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben. Dieser Verlust hat mich sehr getroffen, Meine Gedanken waren daher auch immer wieder bei den Hinterbliebenen und deren Leid.

Wie geht es nun weiter:

  • Sichtung von ca. 9000 Fotos und Auswählen der ca. 400 Besten für eine Multimedia-Präsentation.
  • Erstellung der Präsentation

Ob es ein Buch über meine Reise geben wird, kann ich derzeit noch nicht versprechen.  Ich werde diese Homepage sicherlich die nächsten zwei Jahren nicht schließen und möchte hier auch die Termine und Orte für meine Präsentation veröffentlichen. Zum Schluß noch ein Zitat welches ich auf meiner Reise entdeckte und das mir sehr gut gefiel. Der Autor ist mir leider nicht bekannt. Es lautete sinngemäß :

 

„Es kommt nicht darauf an, dem Leben mehr Jahre zu geben,
sondern den Jahren mehr Leben.“

In diesem Sinne wünsche ich auch Euch zukünftig noch mehr erfüllte Jahre,
Euer Oswald

 

 

 

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Traumreise: Letzter Bericht!

Bei der Planung zu meinem Heimkehrtermin war ich die letzten Tage innerlich „hin und hergerissen“. Eigentlich hatte ich Euch ja schon den 01.09.12 angekündigt, doch die letzten Tage lief es viel besser als gedacht. Einige hatten daher schon bemerkt, daß ich künstlich „abbremse“ um nicht zu schnell zu sein. Nun bin ich zu dem Entschluß gekommen die Zeit zu nutzen, um schon am kommenden

Sonntag, den 26.08.12 um 15.00 Uhr

zu Hause in Gaggenau-Winkel anzukommen. Wenn ich dort eintreffe wird der Tacho meines Treckers eine Gesamtstrecke von ca. 9500 km anzeigen, das sind 1000 km mehr als ursprünglich geplant !! Das kommt daher, dass ich während der Reise immer wieder diversen Empfehlungen zu besonders lohnenswerten Zielen folgte.

Die letzten Tage gab es während meiner Reise noch einmal zwei ganz besonders herausragende Ereignisse. Zum einen war ich von Samstagmittag bis Montagmorgen eingeladen bei Rudolf Schwarzenberg, dem Trabifahrenden ehemaligen ev. Pastor aus Düderode-Olderode. Ihr erinnert Euch noch? Wir beide trafen uns in Finnland auf der Straße, er kam mit seinem Trabi vom Nordkap und ich hatte dieses Ziel zu diesem Zeitpunkt noch vor mir. Zum Anderen folgte ich der Einladung von Dieter und Barbara Ochs in Hofgeismar-Carlsdorf. Die Beiden waren letztes Jahr mit Ihrem Zetor-Traktor und Bauwagen u.a.auch am Nordkap unterwegs. Doch jetzt der Reihe nach.

Bevor ich in Düderode-Olderode ankam, verbrachte ich noch einen Tag in der Lüneburger Heide, in Amelinghausen beim Heideblütenfest. Dort machte ich auf dem im Internet ausgesuchten Campinplatz mit dem schönen Namen „Camping Lopautal“ eine der ganz wenigen schlechten Erfahrungen auf meiner Reise. Nach einer kurzen Wartezeit an der Rezeption des Platzes kam der „Dauergewellte“ Besitzer/Leiter (?) auch schon angefahren. Auf meine Frage nach einem Standplatz für eine Nacht, schüttelte er verneinend den Kopf. Da ich aber um mich herum genügend freie Plätze sah, fragte ich ihn nach dem Grund der Abweisung. Er: „Wir wollen hier keine Bauwagen auf dem Platz, das geht nicht“! Ich: Warum nicht? Er: „Wir haben unsere Vorschriften“. Ich versuchte ihm den Hintergrund meine Reise zu erklären, auch versehen mit dem Hinweis, dass dieses nach 9000 Kilometern das erste Mal wäre,dass ich abgewiesen werde und das auch noch ausgerechnet in Deutschland, in der Lüneburger Heide. Doch auch dieser Einwand ließ ihn nicht von seinem Nein abrücken. Ich bedankte mich bei ihm sehr höflich für meine erste Abweisung nach 9000km. Ich gebe es zu, mich hat diese Abweisung doch sehr irritiert und auch betroffen gemacht. Da ich auf dem Nachbarcampingplatz dem „Camping Mühlensee“ gleich anschließend freundliche Aufnahme fand, habe ich mir am Abend das „Heideblütenfest“ im Dorf dennoch nicht vermiesen lassen.

Am Samstagmittag kam ich dann endlich in Düderode-Oldenrode an. Bei der Anfahrt zum Dorf hat mich Rudolf Schwarzenberg und der Fotograf Werner Bischof bereits in der Stadt Bockenem/Niedersachsen “ mit dem Trabi in Empfang genommen. Nach einer freudigen Wiedersehens-Umarmung geleiteten mich die Beiden mit dem ehemaligen Militärtrabi ca. 20 km weit nach Düderode-Oldenrode. Doch was war das ? Kurz vor dem Ortseingang von Düderode-Oldenrode kamen aus einem Wiesenweg zwei Oldtimertraktoren, ein Lanz und ein Hanomag hinzu. Nun fuhren wir im Konvoi mit vier Fahrzeugen in das Dorf hinein. Zahlreiche Passanten am Straßenrand winkten uns zu. Nachdem die zwei Traktoren, der Trabi und anschließend auch ich die schmale Einfahrt zum Pfarrgarten gemeistert hatten, wurden wir von Mitgliedern des örtlichen Kirchenrates und von zahlreichen Einwohnern des Ortes begrüßt. Frau Dietmut Schwarzenberg, die Frau des ehemaligen Pastors überreichte mir sogleich einen Begrüßungskorb mit Brot, Marmalde, Honig und eine für diese Gegend traditionelle, „Stracke Wurst“. Da auch die Vetreter von 3 Tageszeitungen zur Begrüßung gekommen waren, konnte ich nach einem ca. drei stündigem ununterbrochenem Befragungsmarathon kaum noch sprechen. Doch anschließend, bei Bier und Bratwurst löste sich sehr schnell mein beginnender „Zungenkrampf“ wieder auf. Sooo gaaaanz nebenbei, zwischen zwei Bierchen und einer Bratwurst, eröffnete mir Rudolf, dass ich am nächsten Tag in der Kirche, während der Messe vom Altar aus ein wenig über meine Nordkap-Reise erzählen sollte. Der nächste Tag kam schneller als mir lieb war und Rudolf geleitete mich um 9.15 Uhr zur nahen Kirche. Neben dem Altar hatte Rudolf schon am frühen Morgen sein Zelt mit Schlafsack darin und daneben zwei Stühle plaziert. Weiterhin hatte er den Altarraum mit zahlreichen Blumensträuße, mit Blumen von den Wiesen und Feldern aus der näheren Umgebung geschmückt.

Zunächst wurde von Pastor Falk mit zahlreichen Beispielen aus der Bibel, die Messe unter dem Motto „Reisen“ zelebriert. Zwischendurch, auf ein Zeichen hin, nahmen Rudolf und ich auf den beiden Stühlen neben dem Altar und dem aufgebauten Zelt Platz. Wir plauderten anschließend ca. 15 Min. lang über unsere Reisen zum Nordkap. Als wir fertig waren erhielten wir lauten Beifall von den anwesenden Kichgängern. Dieser Auftritt in der Kirche war für mich ein einmaliges und großartiges Erlebnis, welches ich sicherlich nie mehr in meinem Leben vergessen werde. Für mich als Katholik verwundernd war die Leichtigkeit mit welcher die Evangeliken ihre Messe zelebrieren.

Doch damit war der Tag für mich noch lange nicht zu Ende. Zunächst besichtigten wir die im Ort immer noch aktive Dorfschmiede der Familie Zwickert. Unglaublich für mich, mit 88 Jahren steht Herr Zwickert, der Senior noch immer täglich in seiner Schmiede und repariert hauptsächlich Fahrräder. Nach der Schmiede konnte ich bei Hans-Peter Ernst, dem Vorsitzenden des Kirchenvorstandes und eine der Personen, welche mich am Dorfeingang mit dem Lanz-Traktor abholten, seine kleine aber feine Traktorsammlung sowie einen alten, gut restaurierten alten LKW bestaunen. Mittags ware ich dann noch zu Gast bei Anegret Arent und Winfried Harter. Hier bot sich mir eine Welt dar, wie ich sie bis dahin selten erlebt habe. Die Beiden wohnen praktisch im eigenen Museum, welches früher einmal eine Wassermühle war. Das gesamte Haus, Scheune, Garagen usw. ist voll mit Raritäten aus längst vergangenen Zeiten. Angefangen von alten Lötkolben, Modellflugzeugen, Karbidlampen,alten Elektro-Motoren, bis hin zu einer fast neuen, kaum benutzen Bergmann-Dreschmaschine, evtl. sogar aus meiner Heimatstadt Gaggenau, ist dort alles zu finden. Herr Harter repariert zudem sehr viel, kauft und verkauft auch immer wieder Material aus seiner Sammlung. So ist auch die Bergmann-Dreschmaschine mit Originalrechnung, für 500 Euro zu haben. Nachdem ich die vielen alten Dinge bewundert hatte, schmeckte der von Frau Arent frisch gebackene Kuchen, sowie der von ihr selbst hergestellte Schlehenlikör und alkoholfreie Holundersekt vorzüglich. Am Montagmorgen wurde ich von Rudolf und Werner mit dem Trabi einige Kilometer weit zum meinem nächsten Ziel geleitet. Nicht jedoch ohne vorher,von der am Straßenrand stehenden und fahnenschwingenden Frau Zwickert aus der Schmiede und ihrer Nachbarin eine große Tafel Schokolade und eine Büchse hausgemachter „Harzer Sülze“ als Reise-Proviant in Empfang genommen zu haben. Liebe Fam. Rudolf und Dietmut Schwarzenberg, liebe Düderoder-Olderoder, vielen herzlichen Dank für Alles, was ich bei Euch in dieser kurzen Zeit erleben durfte. Ich werde euch und die von Euch gezeigte Herzlichkeit sicherlich nie mehr vergessen!!

Bei der anschließenden Fahrt zu meinem nächsten Ziel ging es bei herrlichem Sonnenschein durch eine liebliche Landschaft, leicht hügelig und in den Tälern eingebettet, malerische kleine Dörfer mit rot bedachten schmuck heraus geputzten Häuschen. Pünktlich um 14.00 Uhr kam ich im ca. 70 km entfernten Hofgeismar-Carlsdorf an. Am Dorfeingang wurde ich von Dieter Ochs, mit seiner 3 rädrigen gelben Vespa abgeholt. Dieter Ochs und seine Frau Barbara haben letztes Jahr eine ähnliche Reise, mit einem ZETOR-Traktor und  einem alten Bauwagen durchgeführt („Wir lassen den Stau hinter uns“). Das sympathische Paar hat mich schon vor einiger Zeit im Internet entdeckt und zu sich nach Hause eingeladen. Da mein Nachhauseweg ohnehin sehr nahe bei Ihnen vorbei führte, habe ich die Gelegenheit genutzt und die Einladung angenommen. Angekommen bei Ihnen zu Hause wurde ich von Barbara freudig begrüßt. Als erstes schauten sich die beiden natürlich meinen, den vor Ihrer Haustüre geparkten Traktor und Bauwagen ausgiebig an. So erhielten sie dadurch noch einige neue Ideen, wie Sie Ihren eigenen Bauwagen zukünftig noch weiter optimieren können. Bei der anschließende Besichtigung Ihres Gespanns, erhielt auch ich zahlreiche Tipps wie ich meinen Bauwagen noch besser gestalten kann, ich freue mich schon jetzt auf die Umsetzung. Das war ein richtig gegenseitiger befruchtender kreativer Gedanken- und Ideenaustausch. Zwischen den einzelnen Besichtigungen gab ich einem Vertreter der „HNA Hofgeismar“ ein ausführliches Interview zu meiner Reise.

Bevor wir im Hause Ochs zu Abend aßen, zeigte mir Barbara und Peter in Hofgeismar Ihre Firma, eine Altenpflege-Tagesstätte. Das Gebäude und die Einrichtungen machten einen sehr gepflegten Eindruck, so daß auch ich mich darin wohlfühlen würde, aber noch ist es ja noch nicht so weit. Nach dem Abendessen tauschen wir bei einem Gläschen Wein ausgiebig unsere zahlreichen Erfahrungen zu den Reisen aus. Wir stellten schnell fest, daß wir teiweise ganz ähnliche Dinge erlebt haben. Nach einem ausgiebigen Frühstück am nächsten Morgen, wurde ich auch hier sehr herzlich verabschiedet und von Dieter mit seinem Dreirad bis zur Stadtgrenze von Hochgeismar begleitet. Liebe Barbara, lieber Dieter auch Euch meinen herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme und Eure Gastfreundschaft. Ich denke auch wir werden uns sicherlich wieder einmal treffen- vielleicht auch einmal zu einer gemeinsamen Reise- warum nicht auch zur Chinesischen Mauer, wie von Dieter vorgeschlagen. Doch bevor ich mich überhaupt mit weiteren Reisen beschäftige, möchte ich zunächst einmal wieder zu Hause ankommen, bei meinen Lieben.

Damit wären wir auch gleich beim Thema:
Liebe „Mitreisende“, alles geht einmal zu Ende, so auch diese, meine ganz persönliche Traum-Reise. Wenn alles klappt werde ich wie schon erwähnt am kommenden Sonntag um 15.00. Uhr zu Hause in Gaggenau-Winkel ankommen. Aus diesem Grunde wird dieses auch mein letzter „Bericht“ in dieser Form sein.

Ich hoffe ich konnte auch Euch mit meinen Berichten hin und wieder ein Stück weit in meine Traumwelt entführen und begeistern. Ganz toll fände ich es, wenn der Eine oder Andere durch meine Berichte dazu ermutigt wurde auch seine/ihre eigenen lang gehegte Träume in naher Zukunft in die Tat umzusetzen.

Ich habe vor, in ein bis zwei Wochen, hier an dieser Stelle, ein abschließendes persönliches Resumee zu der Reise einzustellen- wenn es Euch interessiert, schaut einfach noch einmal hier vorbei.

Bis dahin Euch eine gute Zeit und liebe Grüße,
Oswald

 

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Neuer Ankunftstermin: Sonntag, 26. Aug. – 15 Uhr

Info !!!!

Neuer Ankunftstermin S o n n t a g,  den 26. August um 15 Uhr in Winkel.

Ich bin schneller unterwegs als gedacht, werde daher nach meinen Einladungen
diesen Termin locker schaffen.
Nächste Woche stelle ich noch einmal einen letzten Bericht auf meine
Homepage.

Bis dahin
liebe Grüße Osi

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Schweden-Dänemark-Deutschland

Wie ich schon kurz im letzten Bericht erwähnte, war ich vom Freitagabend den 03.08. bis zum Montagmorgen den 06.08.bei Angie Loncle und Peter Syr in Krakshult bei Mariannelund zu Gast. Die Beiden unternahmen schon in den 80er Jahren eine in der damaligen Zeit aufseheneregende und vielbeachtete Reise mit einem alten Traktor vom Typ Mc Cormick Bauj.54. und einem ausgebauten Bauwagen. Die Reise führte sie damals von Bayern aus, nahezu ähnlich wie bei mir, über das Nordkap und wieder zurück nach Deutschland. Nach Ihrer Reise haben sie in Schweden ein Häuschen gekauft und leben seit dieser Zeit auch dort. Das Haus mit großem Garten und umgeben von Wald, wurde von Peter und Angie nach und nach mit viel Liebe und Sorgfalt zu einem kleinen schwedischen Paradies ausgebaut.Es ist unglaublich wie die Beiden hier in Schweden Ihren Traum vom eigenen Glück verwirklicht haben.

Peter und Angie haben meine Homepage schon vor meiner Reise im Internet entdeckt und haben mich, ohne mich zu kennen, spontan zu sich eingeladen. In den zwei Tagen bei Ihnen durfte ich eine grandiose Gastfreundschaft erfahren, ich fühlte mich hier sofort wohl. Peter bot mir nach meiner Ankunft für evtl. Rundfahrten in die Umgebung sofort sein Auto und auch seinen Motorroller an. Nach der vielen Fahrerei war mir aber eher nach Ruhe und Relaxen zu Mute. Peter und Angie haben dieses akzepiert und so konnte ich mich mal wieder richtig entspannen. Einmal gingen wir im nahen See schwimmen, anschließend zeigte mir Peter bei einer Rundfahrt mit dem Auto einige interessante Örtlichkeiten in der näheren Umgebung. Angie sorgte zwischendurch immer wieder für das leibliche Wohl, abgenommen habe ich hier auf keinen Fall. Angie und Peter, Euch an dieser Stelle noch einmal meinen ganz, ganz großen Dank für die wundervolle Zeit in Eurem Paradies. Andrea und ich würden uns sehr freuen, wenn wir Euch auch im Schwarzwald begrüßen dürften.

Am Montagmorgen verließ ich schweren Herzens das schwedische Paradies in Richtung Dänemark. Bis jetzt war die Reise straßentechnisch gesehen mehr als angenehm, doch ab ca. der Höhe Stockholm hat sich dieses ziemlich verändert. Lt. Gesetz darf ich zwar hier die Schnellstraßen benutzen, dennoch versuche ich sie zu meiden wo es nur irgendwie geht. Der Grund liegt am oft anzutreffenden „2 zu 1“ System dieser Straßen. Das heißt, diese Schnellstraßen haben immer abwechselnd für jeweils ca. 6 km auf einer Seite eine Spur und auf der anderen Seite 2 Spuren. Dieses wäre nicht weiter schlimm, wäre die einzelne Spur nicht mittels Leitplanke von den anderen zwei getrennt!! Das bedeutet, wenn ich mich auf der einzelnen Spur bewege, können mich Autos gerade noch mit Mühe links überholen. Doch sobald ein Bus oder LKW hinter mir fährt, ist diese Spur für mehrere Kilometer von mir blockiert, kein angenehmes Gefühl! Am Dienstag erreichte ich Helsingborg, in der Nähe der Fähre übernachtete ich auf einem großen, gut gefülltem Campingplatz.

Am nächsten Morgen ging es vom Campingplatz direkt in die Stadt zum Fährhafen. Ich hatte Glück, so konnte ich bei meiner Ankunft an der Fähre sofort bezahlen und gleich anschließend in den leeren Bauch der Fähre einfahren. 15 Min. später ging es auch schon los und weitere 20 Min. später spie mich die Fähre, auf Grund der unverdaulichen Kost, in Dänemark wieder aus. Schon nach wenigen Metern auf dänischen Boden wurde ich von Passanten und Autofahrern freundlich winkend begrüßt. Dies zog sich durch bis in das 40 km entfernte Kopenhagen. Leider war dort mein Wunschcampingplatz schon restlos ausgebucht. Dieses war das erste Mal auf meiner Reise. So mußte ich zu meinem Schreck bis zum nächsten Platz gleich 10 km durch die quirlige Stadt weiterfahren. Das große Verkehrsaufkommen in der Stadt machte es mir aber paradoxerweise wiederum leicht, konnte ich doch dadurch nahezu „flüssig“ mit dem Verkehr mithalten. Schnell stellte ich fest, dass Kopenhagen eine Multikulti-Stadt ist. Kopftuchtragende Busfahrerinnen sind hier völlig normal. Desweiteren kam ich bei der Durchquerung der Stadt durch ein großes Türkisches Viertel, was unschwer an den mit frischem Gemüsen befüllten Straßenverkaufsständen zu erkennen war. Wie ich gelesen hatte, gibt es hier in der Stadt auch einen Art „Freistaat“, deren Einwohner sich nicht unbedingt den gängigen dänischen Gesetzen verpflichtet fühlen. Diesen „Freistaat“ kann man als Tourist sogar besuchen, nur fotografieren ist dort nicht erlaubt….!

Am Tag nach meiner Ankunft fuhr ich mit meinem Fahrrad vom Campingplatz 4 km in die City der rund 500 000 Einwohner zählenden Stadt. Dieses war für mich überraschenderweise kein Problem, gilt doch die Stadt weltweit als Musterbeispiel für einen, neben den Autos gleichberechtigten Fahrradverkehr. Die Fahrradfahrer haben beiderseits der Auto-Straße durchweg eigene Fahrradspuren mit Abbiegespuren und sogar eigenen Ampeln. Der Fahrradverkehr ist sehr schnell und ich musste anfänglich gut aufpassen um nicht unter die sprichwörtlichen Räder zu kommen. Es scheinen wohl alle, warum auch immer, es irgendwie sehr eilig zu haben? Die Stadt selbst habe ich anschließend zu Fuß erkundet, es gibt dort unzählige Museen, Kirchen, Regierungsgebäude, Botschaften und natürlich den von Bärenfell-Mützen tragende Leibgardisten bewachten Königspalast. Habe ich auf meiner langen Reise mal das eine oder andere Restaurant vermisst, so schlug sich das hier in das Gegenteil um. Es gibt hier Straßen, da findet man nahtlos alle 10 Meter ein anderes, von Menschenmassen gut besuchtes Restaurant mit Spezialitäten aus aller Herren Länder. So schön die Stadt auch ist, am Abend wurden mir die immer noch weiter anschwellenden Menschenmassen einfach zu viel. Ich habe daher die City schleunigst wieder mit meinem Fahrrad Richtung Campingplatz verlassen. Jetzt weiß ich auch, warum die Radfahrer so schnell fuhren…..! Sie waren wohl wie ich, am Abend alle auf der Flucht aus der Stadt! Ich gebe es zu, Ruhe und Natur sind mir auf Dauer doch angenehmer, hmmmm, liegt das evtl.auch an meinem Alter?…..ich werde mal darüber nachdenken.

Am Freitag besuchten mich abends auf dem Strand Campingplatz Oren bei Vordingborg in Dänemark, zum Abschied noch einmal Kirsten und Knud aus Dänemark. Ich habe die beiden auf meiner Reise mehrmals in Finnland und in Schweden auf Campingplätzen getroffen. Wir haben uns immer bestens verstanden und uns sehr gut unterhalten. Für diese letzte Begegnung mussten sie 1,5 Stunden mit dem Auto anreisen. Kirsten brachte zu meiner Überraschung Kaffee, Kuchen und Schokolade mit. Da die Beiden mit ihrem Wohnwagen demnächst Freunde in Frankreich besuchen, werden sie auf der Rückreise auch in meinem Heimatdorf vorbeikommen. Ich freue mich schon jetzt darauf.

Am Samstag schließlich, setzte ich mit der Fähre nach Puttgarten auf die Insel Fehmarn über. Ich konnte es kaum glauben, nach rund 3 Monaten hatte ich wieder deutschen Boden unter den Rädern und Deutsch war die normale Umgangssprache. Beim Überqueren der Ostsee-Fehmarnbrücke verleitete mich das blaue Wasser der Ostsee, die vielen Segelboote und der strahlend blaue Himmel dazu, hier ungeplanterweise eine Rast einzulegen. So steuerte ich kurzerhand den Campingplatz Seekamp/Ostsee an. Hier direkt an der Ostsee verbrachte ich 2 Nächte. Als erstes aß ich im nahen Restaurant ein Pfeffersteak und trank zwei frisch gezapfte Bier dazu – heeeeeerrlich.

Am Samstag den 18.August werde ich zu Gast sein bei Rudolf Schwarzenberg in Düderode-Oldenrode……erinnert ihr Euch noch? Das war der Militärtrabant fahrende Pfarrer, welchen ich in Finnland traf, ich freue mich schon jetzt auf ihn!!! Der Traktor scheint die Reise relativ gut zu überstehen, der Anlasser hat sich schon vor Wochen wieder beruhigt und auch das kurzzeitige Klappern am Motor war bis auf das eine mal nie mehr zu hören. Dennoch habe ich beim Fahren immer ein Öhrchen am Traktörchen. Nach dem Motto, „Wer gut schmiert, der gut fährt“, habe ich nach weiteren 150 Betriebsstunden letzte Woche nochmals einen Motorölwechsel durchgeführt. So langsam realisiere ich, daß sich meine fantastische Reise nun doch zu Ende neigt. Ich kann es kaum glauben. Luftlinie waren es vom Campingplatz an der Ostsee bis zu meiner Haustüre, laut GPS exakt 642 km.Gemessen an den bisher zurück gelegten 8778 km nur eine lächerlich kleine Entfernung. Doch bis ich wieder im Schwarzwald vor meiner Haustüre stehe, werde ich in Deutschland noch der einen oder anderen Einladung nachommen. Mein Ziel ist es, am Samstag den ersten September um 15.00 Uhr in Gaggenau-Winkel meine heimische Wiese zu befahren. Auch wenn ich so vieles auf meiner Reise erlebt habe, so freue mich auch schon mächtig auf diesen besonderen Augenblick. Insbesondere natürlich auf meine Familie. Bin schont gespannt welches Gefühl ich dabei haben werde.

Ich versuche bis dahin nochmals einen kurzen Bericht auf meine Homepage stellen.

Machts gut,bis dann,
liebe Grüße von der Ostsee,
Osi

 

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Schweden

Tagelang war ich in Schweden auf der E45 (Inlandsvägen) unterwegs durch dichte Wälder und nette Städtchen mit so wohlklingenden Namen wie Vilhelmina oder Dorothea. Auf der Strecke gab es zwar immer wieder zahlreiche Hinweisschilder auf div. Sehenswürdigkeiten, doch diese jeweils alle zu besuchen, hätte meinen Zeitrahmen erheblich gesprengt. Lagen doch die Punkte bis zu 60 km links und rechts abseits der Straße. 60km hin und 60 km zurück bedeutet bei meiner Reisegeschwindigkeit 1 Tag. Trotzdem ging ich auch hin und wieder besonders interessant klingenden Empfehlungen nach. So kommt es, daß ich bis Mariannelund, ca.200 km Luftlinie unterhalb von Stockholm, meine geplante Gesamtkilometerzahl von 8500 km erreicht habe. Erstaunlicherweise liege ich terminlich immer noch nahezu punktgenau in meinem Zeitplan, welcher besagt, daß ich am Samstag, den 04.08.12 in Mariannelund sein werde. Die erheblichen Mehrkilometer gingen meist zu Lasten meiner Ruhetage und führten teilweise zu Tageskilometerleistungen von bis zu 170 km. 170 km wiederum bedeutet bis zu 11 Stunden „entschleunigte“ Fahrzeit. Ab sofort werde ich deshalb versuchen, meinen Fahrplan und die entsprechend eingeplanten Ruhezeiten exakter einzuhalten. Das Abweichen nach gut gemeinten Empfehlungen werde ich erheblich einschränken, auch wenn dieses manchmal richtig „weh tut“.

Doch zurück zur E45, bei Östersund durfte ich diese kurzzeitig nicht mehr benutzen, weil sie für mehrere Kilometer als Stadtautobahn ausgewiesen war. Ein durchgestrichener Traktor auf dem Hinweisschild war mehr als deutlich. Ich nutzte die Gelegenheit für den Besuch des dortigen JAMTI-Museums. In einer Art Freilichtmuseum mit lebenden Darstellern, zeigt das Museum in anschaulicher Weise die Geschichte des sogenannten Jämtlandes zwischen 1785 und 1975. Anschließend besichtigte ich noch die Stadt, in welcher gerade die Vorbereitungen für ein internationales Musikfestival stattfanden. Die Stadt war daher voll mit Besuchern. Bei meiner Weiterfahrt stellte sich heraus, dass die gut gemeinte Beschreibung eines Einwohners der Stadt, wie ich die Autobahn umfahren könnte, leider falsch war. Ich landete stattdessen nochmals an der für mich gesperrten Straße. Um einen anderen Ausgang aus der Stadt über eine große Brücke zu finden, musste ich notgedrungen wieder zurück durch die von Besuchern „überschwemmte“ Stadt fahren.

Die anschließende Fahrt entlang des Storsjön, ein großer See, erinnerte mich an den Bodensee. Viele landwirtschaftliche Betriebe, leicht hügelig und im Hintergrund die schneebedeckten Berge. Nur an den meist rot gestrichenen Holzhäusern und Bauernhöfen merkte ich, dass ich in Schweden bin. In den letzten Wochen traf ich immer wieder Denise und Peter, ihr erinnert euch? Das freundliche Paar aus Görlitz, mit der verrückten Idee an der Nordkapkugel! Auch sie fuhren mit ihrem WOMO die E45 entlang und immer wieder kreuzten sich unsere Wege, manchmal zufällig, manchmal sprachen wir uns auch ab. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank euch Beiden für das köstliche Pilzmenü von frisch gesammelten Pilzen. Ich denke wir sehen uns wieder, spätestens zur „Apfelblüte“ im Badischen….oder zur Stadtbesichtigung in Görlitz.

Bei der Stadt Mora verließ ich schließlich die E45 und fuhr „Querfeldein“ Richtung Gripsholm Castle, nahe Stockholm, auch eine Empfehlung. Auf dem Weg dahin folgte ich einer weiteren Empfehlung und machte Rast auf dem Gelände eines historischen Kupferbergwerks in der Stadt Falun. Ich hatte Glück und konnte noch am Abend meiner Ankunft an einer unterirdischen, hochinteressanten Führung durch das Tunnelsystem teilnehmen. Schon vor mehr als 1500 Jahren wurde hier, zunächst im Tagebau, später mittels Tunnels, mit dem Kupferabbau begonnen. Aus dieser Grube stammten zeitweise 70 % alles im Westen verarbeiteten Kupfers.

Am Sonntag fielen mir bei herrlich sonnigem Wetter unzählige, alte historische amerikanische Fahrzeuge auf den Straßen auf. Das Rätsel löste sich schon bald darauf auf. Bei Rättvik geriet ich mit meinem Gespann unversehens in einen Autocorso von historischen Fahrzeugen. Die ganze Stadt war auf den Beinen um die „Historik Days“ zu feiern. Nur im Schritt-Tempo kam ich durch die Stadt. An den großen Augen und den offenen Mündern der Passanten konnte ich ihr Erstaunen über meine „Teilnahme“ ablesen. Viele fotografierten mich und ich fotografierte sie. Erstaunlich für mich war, dass es sich bei den historischen Fahrzeugen um ca. 80 % aus amerikanischer Produktion handelte. Ich habe in Europa noch nie so viele amerikanische Fahrzeuge auf den Straßen gesehen wie hier. Auch sonst, kann man bei der Fahrt über Land überall in Höfen und Garagen diese Fahrzeuge entdecken, restauriert, aber auch oftmals unrestauriert. Sicherlich ein heißer Tipp für Sammler dieser Fahrzeuge in Deutschland.

In Mariefred, dort befindet das Gripsholm Castle, war mein angestrebter Rastplatz am Yachthafen, in Sichtweite des Schlosses leider schon belegt. Ich entschloss mich daher den nahen Campingplatz für eine Nacht anzufahren. Da ich schon tagelang in freier Natur übernachtet habe, genoss ich dort eine heiße Dusche und wusch alle meine Kleider und füllte meine Wassertanks wieder auf. Ich habe mir lange und intensiv überlegt, ob ich auch noch die Hauptstadt Schwedens besuchen soll. Auf Grund meines Zeitplanes habe ich mich jedoch schweren Herzens dagegen entschieden, vielleicht unverzeihlich, ich weiß. Ich habe mir aber fest vorgenommen diese Stadt später einmal, gemeinsam mit meiner Frau Andrea zu besuchen. Eine Stadtbesichtigung macht zu zweit sicherlich auch mehr Spaß. Bis zum meinem nächsten Etappenziel, Mariannelund bei Peter und Angie, sind es auch wieder ca.320 Straßenkilometer, dort werde ich eine Rast einlegen.

Bei dem dichten Verkehr hier, nahe der Hauptstadt macht das Fahren nicht wirklich Spaß. Ich wähle daher meist kleine Nebenstraßen, welche aber auch häufig nicht asphaltiert sind. Dafür sehe ich natürlich mehr von der Landschaft und komme oft durch kleine Dörfer mit liebevoll gestalteten Häusern und sehr gepflegten Gärten. Die Schweden begegnen mir sehr freundlich und sehr oft entwickelt sich ein Gespräch am Straßenrand.

Letzte Woche am Freitag wurde übrigens das Interview, welches Beatrice die Reporterin mit mir geführt hat im Schwedischen Radio gesendet. Sobald ich von Beatrice die Kopie erhalten habe stelle ich es auf meine Homepage.

Ich kann jetzt schon sagen, auch Schweden ist absolut eine (erneute) Reise wert.

Machts gut, bis dann,
liebe Grüße aus dem schönen Schweden,
Osi

P.S. Den nächsten Bericht werde ich in ca. 2 Wochen hier einstellen.

 

 

 

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Norwegen – Finnland – Schweden

Am Dienstagmorgen um 07.35 Uhr musste Andrea, wie geplant von Alta (Norwegen) aus, leider wieder zurück nach Deutschland fliegen. Nach 3 wunderschönen und erlebnisreichen Wochen fiel uns der Abschied nicht leicht.

Von Alta aus ging meine Reise weiter in Richtung Schweden. Trotz 170 km Fahrt, die zweitlängste Tagesetappe seit ich unterwegs bin, erreichte ich an diesem Tag nicht mehr die Grenze. Ca. 20 km vor der Grenze fand ich einen geeigneten Übernachtungsplatz hinter Büschen. Der Grenzübertritt nach Finnland war problemlos. Die zwei norwegischen Grenzpolizisten machten lachend, ohne Kontrolle, nur Schnappschüsse von mir und meinem Gefährt. An dieser Stelle der norwegischen Grenze musste ich nochmals für einen Tag über finnisches Gebiet. Ich nutzte dieses zur Ergänzung meiner Vorräte in einem Supermarkt. Kostet doch in Norwegen eine 0,33l Dose Bier ca. 4 Euro, in Finnland dagegen „nur“ die Hälfte. Ein Liter Diesel in Norwegen kostete zweitweise über zwei Euro. Freundlicherweise bekam ich schon recht früh in Norwegen den Tipp, mit meinem Traktor den etwas verbilligten Agrardiesel für 1,70 zu tanken. Lt. Aussage des Tippgebers ist dies für alle Traktoren in Norwegen erlaubt, auch wenn sie gerade nicht in der Landwirtschaft eingesetzt werden. Ich habe dieses nicht überprüft und wurde zum Glück aber auch nicht kontrolliert.

Seit Mittwoch bin ich nun in Schweden auf der E45 unterwegs. Schon lange Zeit vorher bekam ich immer wieder Empfehlungen, nicht die E45 sondern doch besser die E4 entlang der Küste zu benutzen. Ich habe mir die Entscheidung darüber bis zur letzten Möglichkeit aufgespart und mich nun für die E45 entschieden. Die E4 Küstenstraße ist wohl insgesamt die attraktivere Straße, doch sogleich auch die schnellere mit sehr viel LKW-Verkehr. Ich wäre auf dieser Straße sicherlich ein Hindernis für die anderen Verkehrsteilnehmer gewesen. Ich hatte auch keine Lust, immerzu mit der letzen Rille der rechten Räder ständig hinter der weißen Linie auf der Asphaltkante zu fahren. So bin ich nun schon seit einigen Tagen auf der Inlandsstraße unterwegs und sehe meist nur Wald mit attraktiven Naturschutzgebieten, wie z.B. das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhobene Laponia. In diesem Gebiet gibt es in Schweden die größten Elche, Bären, Luchse, Steinadler, Seeadler usw. Leider habe ich bis auf zwei Elchkühe und einzelne Rentiere keine weiteren Tiere gesehen. Unterbrochen wird diese Landschaft mit sehr vielen Moorgebieten von einzelnen Gewässern und hin und wieder von kleineren Ortschaften.

So habe ich am Freitag in Porjus, bei Birgit Meier-Thunborg einen selbstgemachten Streuselkuchen mit Apfel und Vanille, sowie einen schwedischen Schokoladenkuchen auf der Terrasse in der Sonne genossen. Birgit ist schon vor rund 20 Jahren nach Schweden ausgewandert. Das Cafe von Birgit befindet sich direkt am Stausee beim Kraftwerk.

Je weiter ich nach Süden komme um so höher werden wieder die Bäume und manchmal komme ich mir vor wie im Schwarzwald. Da sich die Höhenunterschiede der Straße zwischen 300 und 500 Meter in Grenzen halten, fahre ich meist mit Tempomat (Handgas), mit exakt 18,5 Std/km. Der gleichmäßige Takt der drei Kolben im Motörchen verleitet mich hin und wieder zum „Meditieren“, ohne dass ich es sofort immer gleich bemerke. Meist sehe ich es an den zurückgelegten km, ohne diese bewusst registriert zu haben. Viele Dinge um mich herum in der Natur erwecken meinen Kunstgeist. So habe ich nebenher, beim Fahren, zahlreiche Skizzen/Entwürfe von Kunstgegenständen angefertigt, welche ich später einmal in meinem Garten umsetzen möchte. Ich habe diese Momente sehr genossen und freue mich schon auf die Umsetzung zu Hause. Die vorwiegende Materialien werden dabei Holz, Stein und auch Beton (!) sein. Keine Sorge, bei 18 km/h kann auf den übersichtlichen Strecken nicht allzu viel passieren.

Doch nicht immer konnte ich so beruhigt und entschleunigt fahren, so hatte ich die vergangene Woche einige bange Minuten. Bei einer leichten Talfahrt im Leerlauf, hörte ich plötzlich ein sehr lautes, hart klingendes Tackern im Takt eines Kolbens vom Motor her. Gab ich vorsichtig etwas Gas, so beschleunigte sich auch das laute „Tackern“. Auf einem Parkplatz am Ende des Gefälles ließ ich das Gespann ausrollen und ich stellte zunächst einmal den Motor ab. In Gedanken malte ich mir schon aus, wie ich hier, mitten im Wald, einem Abschleppdienst meinen Standort beschreiben soll. Zu allem Unglück wurde ich beim Absteigen vom Traktor sogleich von einem großen Heer stechwütiger Moskitos überfallen. Doch trotz aller Widrigkeiten wollte ich zunächst einmal mittels Schraubendreher und Hörprobe („Alte Hasen“ kennen die Methode!) feststellen, wo das Tackern genau herkommt. In schlimmster Erwartung startete ich kurz darauf erneut den Motor. Ich konnte es kaum glauben, zu meiner großen Verwunderung und meiner Freude war das laute Geräusch weg. Der Motor gab wieder seinen gewohnten Sound von sich, ohne Klackern und ohne weitere ungewöhnliche Geräusche. Auch beim Gas geben war kein Tackern mehr zu vernehmen. Ohne zunächst hier weiter zu lesen, können sich jetzt die „Schrauber-Experten“ unter Euch Gedanken darüber machen, was wohl die Ursache für die Störung gewesen sein könnte…? Zur Sicherheit habe ich gleich an Ort und Stelle einen „Traktoren-Motoren-Experten“ zu Hause in Deutschland angerufen und ihn um Rat gefragt.

Seine drei Vermutungen auf Basis meiner Beschreibung waren:
1.) Das Ventilspiel hat sich verstellt und muß neu eingestellt werden.
2.) Eine Ventilfeder ist gebrochen und muss ausgetauscht werden.
3.) Die seiner Meinung nach eher unwahrscheinlichste Variante, eine Einspritzdüse war kurzzeitig außer Funktion.

Nun, da ich mittlerweile schon wieder über 700 km ohne erneute Probleme gefahren bin, tippe ich auf die unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten, die Nr.3. In einer Entfernung von rund 1200 km folge ich in Schweden einer Einladung eines vor ca. 25 Jahren nach Schweden ausgewandertem Deutschen, ich werde dort sicherheitshalber das Ventilspiel und die Ventilfedern überprüfen. Zum Glück habe ich die passenden Ventildeckel-Dichtungen mit dabei. Wegen der nun mittlerweile über 6500 km dauernden Fahrt, habe ich letzte Woche vorsichtshalber auch noch einmal einen Getriebeölwechsel durchgeführt. Normalerweise macht man das nur einmal jährlich, aber der Zustand des abgelassenen Öls zeigte mir, daß der Wechsel nicht ganz unnötig war. Zum Glück hielt sich der Metall-Abrieb an dem Magnet der Ablass-Schraube sehr in Grenzen. Nun läuft der Traktor wieder wie „geschmiert“.

Im Wesentlichen waren dieses meine Erlebnisse der letzten Woche. Doch halt, ein ganz wichtiges Ereignis habe ich noch. Am Freitag habe ich wieder etwas überfahren, nämlich kurz nach Jokkokk den Polarzirkel. Nun gehöre ich wieder zu den „Normalsterblichen“ in Europa, welche wenigsten einmal am Tag in das Reich der Dunkelheit zurück müssen. Schade, ich hatte mich schon so an das „Ewige Licht“ gewöhnt. Trotzdem sind die Nordländer hinter dem Polarzirkel nicht zu beneiden, haben sie doch während der langen Winterzeit viele Wochen an denen es nie richtig hell wird. Was fragte mich kürzlich ein Norweger als ich die (seine) wunderschöne norwegische Landschaft pries: „Have you ever been here in Winter…?“ Ich glaube, diese Frage bedarf keiner Antwort. Laut mehrfacher übereinstimmender Aussagen von Einheimischen gibt es hier in Skandinavien dieses Jahr ein außergewöhnliches Mücken(Badisch:Schnaken)Problem. Ganz besonders schlimm ist es in der Nähe der Wälder. Gut gemeinte Tipps aus Deutschland, doch Autan zu verwenden, kann man hier getrost vergessen. Sobald man ins Freie geht wird man sofort von Tausenden der Plagegeister „angegriffen“. Sie fliegen an, setzen sich ohne „Warteschleife“ sofort auf eine Stelle am Körper und stechen sofort zu. Ich habe hier schon viele Mittel ausprobiert, geholfen haben sie nicht wirklich. Der beste und sicherste Schutz sind dicke Kleidung und ein Hut mit Netz, so ähnlich wie ihn die Imker benutzen. Sieht lustig aus, aber es hilft. In den Bauwagen eingedrungene Schnaken (Mücken) bekämpfe ich erfolgreich mit einem elektrischen „Boris Becker“ Abwehrschläger, welchen ich in Finnland von Timo geschenkt bekam. Glücklicherweise ist es nicht jeden Tag und auch nicht an jedem Ort so schlimm wie zuvor beschrieben.

Zum Wochenende hin habe ich hier in Schweden auf einer Halbinsel im See ein kleines Camperparadies gefunden. Gefunden ist eigentlich der falsche Ausdruck, es wurde mir schon vor rund 4 Wochen von einem sehr netten Dänischem Paar ans Herz gelegt, diesen Platz bei meiner Rückreise zu besuchen. Kirsten und Knud, so die Namen des Dänischen Paares, traf ich das erste Mal in Finnland auf einem Campingplatz in Sodankylä. Kirsten hat, wie ich auch, eine 5 Monatige Auszeit von Ihrem Job genommen und zu meiner großen Überraschung wurde ich hier am Platz wieder von ihnen begrüßt. Sie sind mittlerweile schon 3 Wochen hier mit ihrem Wohnwagen. Vielen Dank an dieser Stelle an Kirsten und Knud für diesen wunderbaren Tipp! Der Platz heißt „Sjöstjernan“ (Seestern) und liegt bei Arbidsjaun. Eigentlich wollte ich hier nur eine Nacht stehen bleiben, es sind aber dann doch zwei Nächte geworden. Beatrice, die nette und freundliche Besitzerin des Platzes, ist übrigens auch Reporterin bei Radio Schweden und hat ein Interview für das Radio mit mir geführt. Es war sehr lustig, so musste ich zwecks Aufnahme der Geräuschkulisse zum Erstaunen der anderen Campingplatzbesucher mehrere Runden auf dem Campingplatz drehen. Natürlich versuche ich das Interview zu bekommen, um es auf meine Homepage zu stellen.

Ansonsten habe ich gerade mal wieder nicht so richtig Glück mit dem Wetter, es ist sehr kalt und es regnet immer wieder. So hatte ich wenigsten die Muße, um im beheizten Bauwagen meinen Bericht für euch zu schreiben.

Bin schon richtig gespannt wie es weiter geht hier in Schweden, insbesondere möchte ich natürlich wissen, wie die Menschen hier auf den Traktorfahrer aus Deutschland reagieren.

Machts gut, bis dann,
liebe Grüße aus Schweden.
Euer Osi

 

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Norwegen vor und nach Wendepunkt „Nordkap“

 

Seit dem 30.06.12 befinden sich Andrea und ich zum ersten mal in unserem Leben in Norwegen. Die Landschaft und die Natur hier sind einfach grandios. Schon ab ca. 300 Meter beginnt die Baumgrenze und die Landschaft geht manchmal fast wie mit Lineal gezogen, von niederen Birkensträuchern zu tundraartigen Landschaften bis hin zu felsigen Bergen . Vor unserer Ankunft am Nordkap fuhren wir noch bis Kirkenes. Auf Empfehlung von Anita und Michael, einem sehr netten, jungen Schweizer Pärchen aus Solothurn, welches wir in Kirkenes vor einem Kreuzfahrtschiff der Hurtig Routen trafen, fuhren wir dann noch weiter bis zur „Grense Jakobself“ am Varangerfjord. Der Ort liegt direkt an der russischen Grenze. Die Beiden erzählten uns von weißen Belugawalen, Seehunden und einem kleinen zutraulichen Fuchs, welche man dort beobachten könnte.

Wir folgten spontan, noch am gleichen Tag, der Empfehlung und wurden nicht enttäuscht. Auf unserer Reise in Norwegen, war der Ort „Grense Jakobselv“ einer der schönsten Orte. Auch wir konnten dort im Meer stundenlang eine Gruppe von weißen Belugawalen, sowie einen Seehund beobachten. Nur den kleinen Fuchs, den sahen wir nicht. Wie uns Einheimische später berichteten, wurde dieser in der Nacht zuvor von einem Bären gefressen – schade. Das Wasser war dort so glasklar, so daß ich nicht wiederstehen konnte am nächsten Morgen bei herrlichem Sonnenschein ein Bad im Meer, der Barents-See, zu nehmen. Erst später habe ich mich dafür interessiert wie kalt das Wasser eigentlich war, ich schätzte 14 Grad. Zu meiner Überraschung zeigte meine Messung mit einem Thermometer exakt 9 Grad an. So kalt hatte ich bis dahin noch nie gebadet, aber es war ein einmaliges Erlebnis, welches ich sicherlich nie wieder vergessen werde. Da der Ort direkt an der Grenze zu Rußland liegt, kamen immer wieder freundliche norwegische Grenzpatrouillen vorbei.

Kurz vor dem Nordkap trafen wir bei Lakself, an unserem Übernachtungsplatz direkt am Meer, Denise und Peter aus dem Kreis Görlitz. Spontan wurden wir von ihnen zu einem Gläschen Wein an ihr Lagerfeuer eingeladen. Später trafen wir die Beiden wieder am Nordkap. Peter hat spontan angeboten, mit meiner Kamera Bilder von meiner Ankunft am Nordkap und auch von meiner nächtlichen genehmigten „Sonderfahrt“ an die Kugel zu „schießen“. Dieses war für mich eine große Hilfe, hatte ich mir doch schon vorher Gedanken darüber gemacht, wie ich am Nordkap zu entsprechenden Bildern kommen könnte. Manche Dinge erledigen sich manchmal wie von alleine – Peter, ganz großen Dank dafür!! Denise und Peter waren im Bezug auf das entwickeln von verrückten Ideen auch sehr kreativ. Ich hätte nie im Leben daran gedacht, daß sie ihre verückte Idee bei diesem Wetter auch umsetzen werden. Als ich mit meinem „Dieselross“ und Bauwagen nachts um 1.00 Uhr bei Regen und Sturm und ca. 6 Grad vor der Nordkap-Kugel stand, zogen sich die Beiden blitzschnell im Bauwagen um…….das Ergebnis kann sich sehen lassen (siehe Bild)!!

Über die Menschen hier in Norwegen konnten wir uns in den zwei Wochen noch keine abschließende Meinung bilden. Sie winken uns zu aus überholenden Autos, aus entgegenkommenden Autos, aus Bussen und LKW´s freundlich und meist lachend zu. Sie schießen Fotos von uns durch teilweise geschlossene Autoscheiben. Sind wir im Bauwagen, so fahren Sie, wenn möglich, bis auf wenige cm mit ihren Autos an uns heran, um alles genau zu sehen. Doch aussteigen, fragen, reden, small talk usw. tun sie bis auf wenige Ausnahmen nicht. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Gerade als ich beim Schreiben dieses Artikels war, beschenkte uns ein norwegischer Campingnachbar mit zwei original norwegischen Bieren. Vielleicht müssten wir in Norwegen einfach nur länger an einem Ort verweilen um auch hier mehr nette Kontakte knüpfen zu können. Wenn wir an der Straße bzw. unterwegs angesprochen werden, dann meist von Deutschen, Schweizern oder immer noch sehr viel von Finnen, welche gerade hier in Norwegen ihren Urlaub verbringen. Ja, wir wurden an einem Standplatz in freier Natur sogar von finnischen Fischern in ihr Womo zum Fisch essen eingeladen. Über die Finnen habe ich gelesen, daß Sie sehr scheu und wortkarg wären, dieses kann ich auf Grund meiner zahlreichen Erfahrungen überhaupt nicht bestätigen. Über die Norweger habe ich gelesen, daß Sie nicht viel von small talk halten, dieses trifft nach meinen bisherigen Beobachtungen zu.

Derzeit ist in Norwegen gerade Lachssaison, das heißt die Lachse ziehen zum Laichen vom Meer über die zahlreichen Flüsse zu ihren Laichplätzen in den Bergen. Wieviele da allerdings ankommen mag ich nicht beurteilen. Nahezu alle Flüsse sind derzeit mit Fischern dicht bevölkert, um möglichst viele der wandernden und nahrhaften Exemplare aus dem Wasser zu holen. Meist stehen die Fischer stundenlang bis zu den Hüften in den reißenden Gebirgsflüssen und schwingen peitschenartig immer und immer wieder ihre Angelruten über das Wasser. Doch ganz so einfach scheinen es die Lachse den Fischern nicht zu machen, so konnte ich bisher nur wenige erfolgreiche Fänge sehen. Manchmal konnte ich beobachten, wie die riesigen Lachse direkt neben den Fischern übermütige Luftsprünge veranstalten, ganz so, als würden sie sich über die Fischer lustig machen.

Da ich nicht genau einschätzen konnte, wie schnell ich mit dem Traktor auf den teilweise hochgebirgsartigen Straßenführungen unterwegs sein werde, habe ich vorsichtshalber die eine oder andere mir empfohlene sehenswerte Strecke ausgelassen. So sind wir jetzt etwas zu früh (ca. 2 Tage) in Alta am Altafjord angekommen. Am Dienstagmorgen fliegt Andrea von hier aus wieder zurück nach Deutschland. So haben wir noch etwas Zeit zum relaxen, Tagebuch und Bericht schreiben und um die grandiose Bergwelt um uns herum zu geniesen. Am Freitag haben wir uns das Alta-Museum angeschaut. Die Außenanlagen stehen unter dem Schutz der Unesco. Auf einem Rundweg von ca. 2 km Länge kann man sehr viele steinzeitliche Felszeichnungen bewundern. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt.

Nun ist auch hier in Norwegen der Sommer angekommen, zumindest hatten wir hier für zwei Tage Sonne und Temperaturen mit ca. 25 Grad. Im Moment bin ich am überlegen, ob ich wie geplant die vielbefahrene E6 weiter fahre, oder ob ich lieber die 93 Richtung Kautokeino nehmen soll. Hier auf der recht schmalen und kurvigen E6 hatte ich das erste mal wieder, seit Deutschland, das Gefühl ein Verkehrshindernis zu sein. Werde das wohl bis Dienstag entscheiden müssen. Vermutlich nehme ich die nervenschonende 93? Der Anlasser vom Traktor ist soweit o.k., derzeit gibt es keine Probleme damit. Am Freitag habe ich nach 5800 km den zweiten Ölwechsel am Traktor durchgeführt. Das Laptop habe ich hier in Alta, dank sehr guter Internetverbindung auch wieder „aufgepäppelt“ und es sollte nun keine Probleme mehr machen.

Ich wünsche Euch mit dem Bericht aus Alta/Norwegen ein schönes Wochenende, vergesst nicht Eure Träume!!

Liebe Grüße von
Oswald und Andrea

P.S.
In den letzten Tagen wollte ich wie seinerzeit versprochen, Danny Wagner aus Jakobsdorf/Erzgebirge anrufen, doch leider scheint in der aufnotierten Handy-Nummer ein „Zahlendreher“ zu bestehen. Lieber Danny, bei Interesse bitte eine kurze Nachricht in meinem Gästebuch hinterlassen. Vielleicht hast Du ja auch noch meine HandyNr.? Ich kann dann Kontakt zu Dir aufnehmen!!

 

 

 


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Nordkap

 

Link zur Livecam

 

Hallo, vom Nordkap.

Der Bericht fällt dieses Mal kleiner aus, möchte hier oben einfach die Zeit genießen und sende Euch dafür mehr Bilder vom Nordkap.

Meine Frau Andrea und ich haben heute Morgen um 10.45 nach einem langen und sehr steilen Anstieg unseren „Umkehrpunkt“, das Nordkap, erreicht. Es war für uns und insbesondere für mich ein wahnsinniges Gefühl an diesem Punkt zu stehen. Ca. 8 Jahre Planung, Umbauarbeiten am Anhänger und die ebenso aufwendige Restaurierung vom meinem Fendt Dieselross haben sich gelohnt. Wobei dieser Punkt das Nordkap, nur ein Highlight von vielen auf meiner Reise ist. Wir bleiben hier zunächst einmal für voraussichtlich zwei Tage stehen und genießen unsere Eindrücke am nördlichsten Punkt Europas. Mit einer Sondergenehmigung konnten wir mit dem Traktor um 1.00 Uhr nachts bis direkt vor die Kugel fahren. Mit dem Wetter haben wir Glück, es  ist relativ gut, 13 Grad, mal Sonne, mal Wolken, aber kein Regen und klare Sicht. Das Wetter hier kann sich aber stündlich ändern und so hatten wir in der Nacht , vor der Kugel mit dem Wetter weniger Glück. Wir haben bisher eine Strecke von 5500 km zurückgelegt. Dies ist mehr als geplant und kommt daher, dass wir während der Fahrt immer mal wieder Empfehlungen von Einheimischen gefolgt sind um schöne Plätze anzufahren. So werden es wohl am Ende der Reise zwischen 9000 und 10000 km sein. Meine Frau Andrea fliegt am 17.07.12 wieder zurück nach Deutschland. Der Traktor lief bis auf eine kleinere Störung am Anlasser bisher problemlos. Die Probleme mit dem Laptop konnte ich vor 2 Tagen mit einem Reparaturprogramm beheben. Ich freue mich schon auf die weitere Reise über Schweden, Dänemark, zurück in die Heimat.

Liebe Grüße vom Nordkap,
Gruß Oswald und Andrea

 

 


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Letzter Bericht aus Finnland

Letzte Woche am Mittwoch habe ich bei Tuulenpesä den Polarkreis überfahren,nein,nein, keine Sorge er hat es überlebt. In Anbetracht dieser Tatsache genehmigte ich mir noch kurz vorher in einem kleinen Restaurant an der Straße noch eine stärkende Pilzsuppe und einen Kaffee.

Der Polarkreis, auch Artic Circle genannt, liegt auf 66 Grad nördlicher Breite und ist das Tor zum Reich der Mitternachtssonne Da dieses Ereignis mit der Neigung der Erdachse zu tun hat und diese sich laufend verändert, verschiebt sich auch ständig der Polarkreis jährlich ca. 14 Meter Richtung Pol. Wie auf ein Zeichen hat sich kurz nach dem Überqueren des Polarkreises für 3 Tage das Wetter drastisch verändert. Es wurde sehr kalt, teilweise hatte es nur noch 5 Grad und ich musste meine Winterausrüstung anlegen. Das heißt Skiunterwäsche, Lederhose, Pullover, Fleeceweste,Regenjacke und gefütterte Gummistiefel.

Meine Fahrt ging in der letzten Woche oft stundenlang durch ausgedehnte Wälder mit nur noch sehr dünner Besiedelung. Die Landschaft, insbesondere die Wälder sind hier in Lapland nicht mehr die gleichen wie im Süden des Landes. Die Bäume, vornehmlich Kiefern und Birken sind nicht mehr so hoch und scheinen sich vor der teilweise rauhen Witterung zu ducken um nicht die volle Angriffsfläche zu bieten.Die Bäume gedeihen hier augenscheinlich am Rande ihres Existensminiums, sobald ich nur ein bisschen höher komme verschwinden die Bäume und weichen einer teilweisen sumpfigen, tundraartigen Landschaft. Die Böden der Wälder sind meist nur noch bedeckt mit Heide,oder kleinen Preiselbeerpflanzen.Die farbigen, skandinavischen Holzhäuser werden jetzt etwas weniger, stattdessen sieht man in den von mir durchquerten Skigebieten vermehrt massive, aus dicken Stämmen gezimmerte Blockhäuser.

Die Sonnwendfeier habe ich letzte Woche am Freitag entgegen meinen Befürchtungen eher ruhig verbracht. Wie mir ein Finne sagte, wird hier im Norden des Landes dieses Ereignis eher ruhig zu Hause oder am Wochenendhaus am See, im Kreise der Familie gefeiert. Im Süden des Landes dagegen werden oft riesige Holzfeuer entfacht, teilweise auf ein Floss gesetzt, welches man anschließend zur Freude aller in einem See treiben läßt bis es versinkt. Ich gesellte mich auf dem Campingplatz in Sodankylä zu einer finnischen Familie mit Kindern, welche auf einem Grillplatz gemütlich um ein Feuer zusammensaß. Natürlich nicht, ohne mich vorher vorzustellen und um Erlaubnis zu fragen. Sehr bald darauf entwickelte sich ein intensives Gespräch zwischen mir,dem Familienoberhaupt und den Kindern. Es stellte sich heraus, daß die Familie letztes Jahr ihren Urlaub auch teilweise in Deutschland verbrachte. Ab Frankfurt mit Mietwagen in den Schwarzwald, Schweiz, Bodensee, Bayern, Östereich, 2000km in einer Woche !! Nach dem Grillen begab ich mich um 0.30 Uhr auf eine nahe Brücke über einen Fluß und machte zahlreiche Bilder von der Landschaft und der knapp über dem Horizont wandernden Sonne, einfach ein fantastischer Anblick.

Am Montag, wenige Stunden nach meiner Abfahrt vom Campingplatz Sodankylä, kam mir auf der Straße ein zunächst für mich undefinierbares kleines Gefährt auf der Gegenseite der Strasse entgegen. Wir winkten und hupten uns freundlich zu. 15 Min. später fuhr das seltsame Gefährt, für mich total überraschend, auf einmal links neben mir auf der Überholspur. Der Fahrer gestikulierte wild und deute an,mich am nächsten Parkplatz treffen zu wollen. Kurz darauf fanden wir auch schon einen entsprechenden Parkplatz. Die Begegnung war sehr freudig. Es handelte sich um Rudolf, einen pensionierten evangelischen Pfarrer aus Düderode-Oldenrode.Rudolf war mit seinem Militär-Trabant-Kübel mehrere Wochen in Skandinavien unterwegs und erfüllte sich damit seinen“Lebenstraum“. Ich lud Rudolf auf dem Parkplatz spontan zu einer Tasse Kaffee und einigen Keksen in den Bauwagen ein. Wir führten für ca. 1,5 Stunden ein sehr herzliches Gespräch. Zum Abschied schenkte mir Rudolf, eine für eine besondere Gelegenheit von ihm aufbewahrte „Stracke Wurst“. Ich überreichte ihm zur Erinnerung an diese Begegnung, ein von mir für ebenfalls besondere Gelegenheiten mitgeführtes Schwarzwaldpüppchen und ein Fläschchen Schwarzwald-Schnaps. Bei unsere Verabschiedung war klar, dass wir auch nach unserer Reise den Kontakt beibehalten wollen.

Zu erwähnen wäre noch, daß ich mich schon seit einigen Tagen im finnischen Lappland bewege, das gesamte Gebiet ist als Renntierzuchtgebiet ausgewiesen. Das heißt, die Renntiere bewegen sich hier frei im ganzen Land und begegnen einem immer wieder auf Campingplätzen und auf der Strasse. Pro Jahr gibt es deshalb hier ca. 3000 Unfälle mit Renntieren. Auf Empfehlung von Urs, einem Schweizer, welcher mich im Internet entdeckte und mit welchem ich schon länger Kontakt halte, habe ich ebenfalls am Montag mit meinem Gespann auf dem Berg Kaunispää übernachtet. Der Tipp war einfach genial, hatte ich doch von dem nur 435 Meter hohen „Hügel“ eine grandiose Sicht über die finnische Landschaftum mich herum. Da oben war ich jedoch nicht alleine. Kurz vor der Auffahrt auf den Berg hat mich Gernot aus Berlin mit seinem  VW-California eingeholt. Gernot hatte mich gleich nach meinem Fernsehauftritt via Internet angeschrieben, seither ist der Kontakt mit ihm nicht mehr abgerissen. Bis zu diesem Treffen hatte ich keine direkte Vorstellung von ihm. Zu meiner großen Überraschung handelte es sich bei Gernot um einen Pensionär im Alter von nahezu 73 Jahren. Gernot wirkte sehr jugendlich und auch mit ihm habe ich mich super unterhalten. Wir haben auf dem Berg gemeinsam im Bauwagen zu Abend gegessen und auch am nächsten Morgen ein gemeinsames Frühstück da oben eingenommen. Gernot fuhr noch einen weiteren Tag bis zum Ivalo River Camping mit mir mit, am nächsten Morgen trennten sich dann unsere Wege wieder. Da der Campingplatz in Ivalo 2 km vor der Stadt Ivalo lag, nahm mich Gernot bei seiner Weiterfahrt mit in die Stadt. Ich wollte dort endlich mal wieder einen Frisuer aufsuchen. Beim Friseurbesuch stellte ich fest, dass in Finnland zumindest beim Friseur Gleichberechtigung herrscht, so musste ich für Haare waschen und Schneiden stolze 38.50 Euro über die Ladentheke schieben, der teuerste Haarschnitt meines Lebens!! Laut Andrea, meiner Frau, welche ich am Mittwoch-Abend in Ivalo am Flughafen glücklich in Empfang nehmen durfte, war das Ergebnis des Haarschnitts ganz passabel.

Andrea, Just landed

Hallo,....da bin ich !

Leider gibt es, bzw. gab es bezüglich des Traktors nun doch eine kleine Beunruhigung. In den letzten drei Wochen gab es beim Anlassen des Traktors zwei mal ein grässlich klingendes kratzendes Geräusch. Vermutlich zeigt der Freilauf des Anlassers diverse Verschleißerscheinungen. Noch nicht drastisch, aber deutlich hörbar. Meine Frau hat mir deshalb ein Ersatzritzel mitgebracht, welches im Falle eines Falles in einer Werkstatt problemlos ausgetauscht werden kann. Ansonsten läuft der Traktor nach wie vor super. Leider hat dieses Ersatzteil, mitgebracht im Handgepäck meiner Frau, am Zoll in Frankfurt erheblich Ärger verursacht. Den Zollbeamten war das Teil zunächst sehr suspect und so musste meine Frau in einem separaten Raum eine verschärfte Sprengstoff-Kontrolle über sich ergehen lassen, wofür sie sich später höflich entschuldigten. Nach einem Ruhe.-u. Eingewöhnungstag in Ivalo wird mich Andrea ab sofort für 3 Wochen begleiten.

Am Freitag geht es weiter Richtung Norwegen. Leider habe ich nun doch, wie in einem meiner früheren Berichte schon mal befürchtet, den „Frühling“ überholt und bin wieder im Winter gelandet.In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat es fürchterlich gestürmt und geregnet. Teilweise hatte ich in der Nacht Sorge um das Dach meines Bauwagens, welcher immmer wieder heftig vom Sturm durchgerüttelt wurde.Am Mittwoch dann fiel die Temperatur, bei weiteren heftigen Regenfällen auf nur noch plus 4 Grad !! Auf dem Kaunispää, auf dem ich noch vor zwei Tagen stand, hat es sogar geschneit. Laut den Einheimischen Finnen, ein normales Wetter im Juni. Ab dem kommenden Wochenende soll es dann wieder besser werden.

Gerade als ich beim Schreiben dieses Berichtes war, klopfte jemand von außen an die beschlagene Scheibe des Bauwagen. Komisch, wer will denn heute bei diesem Sauwetter etwas von uns? Ich öffne die Tür zunächst nur einen schmalen Spalt und draußen stand,wasserdicht verpackt in einem schwarzem „Ganzkörper-Kondom“, Jürgen Lorek aus Gaggenau-Selbach. Er kam gerade mit seinem Fahrrad vom Nordkap. Wir luden ihn ein in den Bauwagen und er tätigte einen Eintrag in meinem Gästebuch. So eine Überraschung, die Welt ist doch sehr klein, wir freuten uns sehr über unsere überraschende Begegnung. Nach einer halben Stunde verabschiedete er sich auch schon wieder, er hatte es eilig, schließlich muss er am 17 Juli wieder zu Hause in Gaggenau bei der Arbeit sein!

Also, geniesst die Wärme in Deutschland,
ich wünsche Euch mit dem letzten Bericht aus Finnland
ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße von
Oswald und Andrea

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Finnland II

Finnland, den 20.06.12

Ich sitze gerade im Norden Finnlands, auf einem weit in den See hinein reichenden und vom rauhen Klima gezeichneten Bootssteg aus Holz. Es ist 20 Uhr abends und die Sonne steht noch relativ hoch am Himmel. Ein samtiger, warmer Wind weht und es herrscht absolute Stille um mich herum. Ich geniesse meinen abendlichen Tages-Ausklang-Zigarillo und das Leben, mein Leben. Ich habe mir einen Block und einen Bleistift geholt und versuche meine Gedanken zu Papier zu bringen. Es ist nicht immer einfach, einen Bericht zu verfassen, in etwa vergleichbar, als hättet ihr im Urlaub eine Postkarte gekauft und wolltet nun Euren Lieben zu Hause in wenigen Worten mitteilen, wie es Euch geht. „Das Wetter ist schön, das Essen sehr gut und die Unterkunft super, bis bald, liebe Grüße euer……..“ Nein, natürlich weiß ich, daß Ihr schon etwas mehr von mir erwartet. Dennoch habe ich beschlossen, heute keinen der üblichen Berichte“ für Euch zu verfassen!! Ich möchte Euch vielmehr an meinen Gefühlen und Gedanken teilhaben lassen, welche mich gerade bewegen. Nahezu jeder hat einen Traum, welchen Er oder Sie vielleicht irgendwann einmal gerne umsetzen möchte. Doch aus vielerlei Gründen werden diese Träume meist auf IRGENDWANN, auf später verschoben. Vielleicht weil es gerade finanziell nicht geht,vielleicht weil man warten möchte bis zur Rente, vielleicht weil man Angst hat vor der eigenen Courage,dem Neuen, dem Unbekannten, vielleicht, vielleicht,…..? Aber gerade deshalb wird es für viele für immer ein Traum bleiben. Sie werden Ihren Traum aus eben diesen vorgenannten Gründen nie leben oder gar erleben können. Ich möchte euch dazu ermutigen, wenn irgend möglich Euren persönlichen Traum zu verwirklichen, überwindet Eure Bedenken und evtl. vorhandene Ängste und wartet nicht bis es zu spät ist. Viele haben mich vor dieser Reise, insbesondere vor speziellen Ländern gewarnt, ich habe es dennoch getan. Mir wurde bisher noch kein Ohr abgeschnitten und auch kein Finger, noch wurde ich bestohlen, ich habe bisher überlebt. Nein noch besser, ich fühle mich gerade als der glücklichste Mensch auf Erden und ich danke Allen (vor allem meiner lieben Familie) von ganzem Herzen, die dazu beigetragen haben, mir diese Reise zu ermöglichen. Ich kann es fast nicht mehr erwarten und zähle schon die Tage, bis ich mit meiner Frau zusammen diesen Traum erleben werde. Denn es ist immer noch am schönsten, wenn man solche Erlebnisse auch mit jemandem teilen kann.

Es wäre unmöglich hier alles zu beschreiben was ich jeden Tag, während meiner Reise erlebe.Es sind nicht immer die großen Dinge, manchmal sind es nur einige nette Worte während eines kurzen Gesprächs, über die ich mich freue und die mich meist noch lange beschäftigen. Natürlich bin ich nicht „blauäugig“, selbstverständlich weiß ich, daß es nicht nur gute Menschen gibt. Überall gibt es auch Gefahren (wie in Deutschland auch), welche ich zu erkennen und zu vermeiden versuche. Auch mal Angst zu haben ist normal, nur sollte man sich nicht von der Angst beherrschen lassen und vor lauter Angst, bildlich gesprochen, nicht mehr aus dem Haus gehen.

Ich persönlich gehe offen auf fremde Menschen zu und diese gehen offen auf mich zu. Der persönliche Gewinn aus diesen Begegnungen ist ungleich größer als eine evtl. imaginäre mögliche Gefahr. Gestern Abend habe ich auf meinem derzeitigen Campingplatz Doris und Klaus aus Erlangen getroffen. Doris ist 60 Jahre alt und Klaus 70 Jahre.Sie machen nahezu die gleiche Tour wie ich, nur tun sie dieses mit dem Fahrrad! 2008 haben Sie mit Ihren Rädern eine Weltumrundung geschafft, so erzählten Sie mir. Wir haben in einem netten Gespräch unsere speziellen Reise-Erfahrungen ausgetauscht.Auch sie haben mir davon berichtet, daß sie immer wieder gewarnt wurden vor der Durchquerung von speziellen Ländern, vor dem Kontakt mit bestimmten Menschen. Sie haben alles überlebt und sie strahlten während unseres Gesprächs eine innere Ruhe und eine große Harmonie aus. Man konnte Ihnen das Glück, welches sie bei ihren Reisen erfahren haben, bei Ihren Erzählungen in Ihren Gesichtern ansehen, ihre Augen strahlten. Die Beiden haben auch eine Homepage, dort könnt ihr sicherlich mehr über sie erfahren. Es gibt überall auf der Welt so tolle Menschen. Menschen, welche offen sind und sich über eine Begegnung sehr freuen und mich manchmal sogar z.B. einfach zu sich nach Hause einladen, ohne mich zu kennen. Es ist dieses Gefühl willkommen zu sein in einer für mich fremden Welt, auch wenn man die Sprache manchmal nur teilweise versteht.

So wie z.B. bei Seppo und Roine. Ich habe ihr Interesse geweckt als sie mich auf einem Parkplatz, einsam an einem See stehend, entdeckten. Wir haben uns vielleicht gerade mal 10 Min. unterhalten, da haben Sie mich spontan in ihr Sommerhaus, wohin sie gerade unterwegs waren, eingeladen. Dort angekommen bekam ich in ihrem mit großer Liebe eingerichteten Wohnzimmer zunächst eine herrlich duftende Pilzsuppe serviert, danach gab es Kaffee und Kuchen mit Marmelade darauf. Nach dem Essen zeigten sie mir ihr gesamtes, in jahrerlanger, liebevoller Arbeit restauriertes Haus, einfach so. Es sind genau diese Begegnungen mit Menschen, die diese Reise für mich so wertvoll macht. Geprägt durch diese Erlebnisse, werde ich nach meiner Rückkehr nach Hause sicherlich nicht mehr derselbe sein wie zuvor. Ich werde zukünftig offener durch das Leben gehen, auch oder gerade gegenüber Fremden. Ich möchte Euch daher ermutigen, traut euch, verwirklicht wenn irgendmöglich auch Eure Träume….Euer persönlicher Gewinn wird mehr wert sein, als das Geld welches es evtl. kostet.

Ich sitze noch immer mit meinen Zigarillo auf dem Bootssteg und geniesse mein Leben. Warum kann es nicht immer so paradisisch sein? Vielleicht weil wir dann das „Paradies“ nicht mehr schätzen würden? Ich bin dankbar für jeden Tag, den ich auf diese Weise erleben darf. Die Sonne geht nun langsam dem Horizont entgegen, ich denke so gegen 23 Uhr wird sie verschwinden, um nur kurze Zeit später wieder, leicht versetzt an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Die Nächte sind schon lange nicht mehr dunkel und ich gehe zu Bett, wenn die Uhr zwischen 22 und 23 Uhr anzeigt. Um bei der hellen Nacht schlafen zu können, verschließe ich am Bauwagen alle Fenster und Luken. Manchmal schlafe ich sogar 12 Stunden am Stück, unglaublich, so etwas habe ich seit meiner Jugend nicht mehr geschafft. Zu Hause schlafe ich gerade mal zwischen 6 und 8 Stunden täglich. Nächstes Wochenende ist hier Sonnwendfeier. Wie man mir erzählte, ist dieses Ereignis hier gleichbedeutend wie Weihnachten. So kommen zur Sonnwendfeier alle Verwanden der Familien zusammen, um gemeinsam dieses Ereignis zu feiern. Meist finden diese Feiern am jeweiligen Sommerhaus der Finnen an einem der unzähligen Seen statt. Bin schon gespannt wie ich persönlich dieses Ereignis erleben werde. Da fällt mir ein, hatte Euch ja im letzten Bericht versprochen, etwas von meinem Treffen mit den Traktorfreunden von Polovelan zu schreiben. Dieses Treffen fand auf der Farm von Arvo statt und war auch wieder sehr herzlich. Als Highlight hat Arvo, die gute Seele vom Traktorclub Polovelan den ganzen Tag über seine original finnische Rauchsauna eingeheizt. Nach einem Pressetermin auf der Farm mit zwei unterschiedlichen Zeitungen kamen noch Timo und Ari mit hinzu. Wir verbrachten einen super Abend zusammen in der Rauch-Sauna. Ich habe dabei viel über das Leben auf der Farm, über Finnland und insbesondere über den finnischen Winterkrieg (39/40) gegen die Russen erfahren.

An dieser Stelle möchte ich mich auch wieder bei den vielen Menschen bedanken, welchen einen Eintrag im Gästebuch meiner Homepage hinterlassen. Auch wenn ich aus zeitlichen Gründen nicht jedem antworten kann, so könnt Ihr dennoch sicher sein, dass ich jeden Eintrag lese und mich über jeden Kommentar sehr freue!!!! Es nicht einfach für mich, nach einem langen Fahrtag meine Eindrücke auch noch in meinem persönlichen Tagebuch nieder zu schreiben. Eigentlich wollte ich dann viel lieber den Tag bei einem Bierchen ausklingen lassen. Die Ruhetage, welche ich hin und wieder einlege dienen dann dazu, den Bauwagen zu säubern, wenn möglich die Wäsche zu waschen, den Traktor abzuschmieren, das Tagebuch zu vervollständigen, die Bilder zu sortieren und den Bericht für Euch zu schreiben, Sowie die vielen Fragen der Menschen um mich herum am Campingplatz zu beantworten. Manchmal habe ich auch schlichtweg keinen Internet-Empfang, obwohl ich mit einem ??-Stick unterwegs bin, dieser aber manchmal eine miserable Übertragungsrate hat.

So, mein Zigarillo ist nun zu Ende geraucht, und die Sonne wird gleich eintauchen in einem der unzähligen
und glasklaren Seen Finnlands.

Nun ist es wohl doch noch ein „kleiner“ Bericht geworden…………..?

Ich versuche Euch auch weiterhin von Zeit zu Zeit auf dem Laufenden zu halten, vielleicht fällt der nächste „Bericht“ dann doch mal etwas kürzer aus?

Bis dann, viele Grüße aus dem herrlichen Finnland, mit den liebenswerten Menschen und vergesst nicht, eure persönlichen Träume umzusetzen,
Osi

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Finnland

Finnischer Strassenbau

Tiefe Wasser

Alles aus Sand in Lappeenranda

Am Montag dieser Woche bekam ich in Loviisa Besuch von der regionalen (Loviisa) finnischen Presse. Die nette Dame hat mich ausführlich zu meiner Tour und der weiteren Reiseroute befragt. Anschließend machte Sie noch einige Fotos von meinem Gefährt und von mir. Sie hat mir versprochen, mir den fertigen Bericht an meine Email-Adresse zu senden. Leider habe ich diesen bis jetzt noch nicht erhalten.

Nachdem es in den letzten Tagen öfters etwas geregnet hat, wird das Wetter nun langsam wieder besser und vor allem wärmer. Nur die Nächte sind mit ca. 5-7 Grad noch relativ kalt.

Bis jetzt bin ich rund 3000 km in ca. 200 Stunden gefahren. Der Traktor und der Bauwagen bekommen regelmäßig, einmal wöchentlich einen technischen Service von mir verpasst. Das heißt mit der Fettpresse in ca. 15 Fettnippel das entsprechende Fett pressen und einige sich bewegende Teile mit dem Ölkännchen versorgen. Desweiteren habe ich diese Woche das erste Mal etwas Öl (ca.50ml.) in die Einspritzpumpe gefüllt. Insgesamt verliert der Traktor nur unwesentlich Öl. Nach einer Stunde Standzeit sind am Boden noch keine Ölspuren zu finden. So langsam muss ich mir aber trotzdem Gedanken zu einem Motor-Ölwechsel machen. Ich habe 10 Liter reines Mineralöl SAE20 (ohne Zusätze) dabei, dieses reicht für einen Ölwechsel. Da ich sicherlich mehr als meine ursprünglich geplanten 8500km zusammenbringe, habe ich zu wenig Öl für den gesamten Tripp.

Wie ich bereits im letzten Bericht ankündigte, bekam ich kurzfristig über das Internet eine Einladung zu einem Treffen. Die Einladung erhielt ich von Hannu. Wie sich wenig später bei unserem Treffen auf dem Campingplatz der 70.000 Einwohner zählenden Stadt Lappeenranda herausstellte, ist Hannu ein begeisterter VW-Bullifahrer. Traktor meets Bulli and HannuEr besuchte mich am Platz mit einem seiner beiden Bullis, welcher 1964 gebaut wurde. Das Fahrzeug war super in Schuß und hatte hinten 2 gepolsterte Sitzbänke und dazwischen ein Tischchen, welches man absenken konnte um mit den Sitzbänken eine komfortable Liegefläche zu bilden – einfach süß, das Wägelchen. Das Fahrzeug erinnerte mich stark an meine Kindheit, damals sah man solche Fahrzeuge sehr oft auf der Straße. Des Weiteren besitzt Hanu einen Bulli Bj.61. Dieser ist also genauso alt wie mein Fendt „Dieselroß“, nämlich 51 Jahre. Mit dem 64er Bulli, welchen er schon seit 23 Jahren besitzt, war er schon 2 mal in England auf entsprechenden VW-Treffen. Er erhielt dafür einen Pokal für die weiteste Anreise, welchen er mir stolz präsentierte. Nach dem ersten Bierchen auf dem Campingplatz verabredeten wir uns für ein weiteres Treffen. Außerdem informierte mich Hannu, dass er die örtliche Presse über meine Ankunft informiert hat und auch den hiesigen Traktorclub. Am nächsten Tag meldete sich morgens um 07.30 Uhr Jari bei mir an der Tür. Jari ist der Vorsitzende des hiesigen Traktorclubs. Wir verabredeten uns, dass ich mittags um 15.00 Uhr mit meinem Gespann, bei ihm im 15 km entfernten Vilkjärvi vorfahren werde. Auch Hannu wollte um diese Zeit dort eintreffen.

TraktorfreundeWas mich da erwartete sprengte meine bisherige Vorstellungskraft von Gastfreundschaft. Ca. 15 Mitglieder des hiesigen Traktorclubs waren kurzfristig zusammen gekommen, um den „crazy“ Gast aus Deutschland (Finnisch: Saksa) in teilweise historischer Kleidung  mit ihren alten, restaurierten Traktoren zu begrüßen. Dies war für mich ein sehr ergreifender Moment, ich kann in Worten nicht ausdrücken, was ich bei diesem Empfang empfand – Wahnsinn!! Auch in den Gesichtern der anwesenden, meist etwas älteren finnischen Herren war Freude und Stolz über dieses Ereignis abzulesen. Wo gehobelt wird......Mit oft glühenden Wangen vor Freude, zeigten Sie mir Ihre Traktoren. Danach folgte eine Demonstration auf einer alten, von einem Traktor mittels Transmission angetriebenen Maschine zur Herstellung von Holz-Dachziegeln, wie sie früher hier verwendet wurden. Auch die regionale Presse war erschienen, um mit mir ein Interview zu führen, der Bericht soll am Sonntag in der hauptsächlich im Karelien-Gebiet erscheinenden Sonntagszeitung „Vartti“ erscheinen. Anschließend wurde ich von den Mitgliedern des Traktorclubs ausführlich in die finnische Sauna- und Esskultur eingewiesen.

Natürlich war klar, dass ich an diesem Abend nicht mehr an meinen Campingplatz zurückfahren musste, ich durfte so lange an ihrem See verweilen wie ich benötigte, um mich zu „regenerieren“. Ich werde diesen Tag Zeit meines Lebens nie mehr vergessen. I have to say: Kiitos(Danke), Kiitos, Kiitos, Kiitos to Hannu, Jari, Jomppi sowie Päivi, Sirpa, Keijo und allen Anderen, Ölwechselwelche an diesem Tag anwesend waren und mir diese, für mich zutiefst ergreifende Freude bereitet haben!!!! Um mich wenigstens ein bisschen zu revanchieren, bin ich zur Freude Jari’s gegen eine geringe Gebühr in den „Wilkjärven“ Traktorclub eingetreten. Jari meinte darauf lachend, der Club darf sich ab jetzt „Internationaler Traktorclub“ nennen. Das Problem mit dem speziellen Motoren-Öl hat sich am nächsten Tag so ganz nebenbei nahezu von selbst gelöst. Wie sich herausstellte hat Hannu für seine VW Bullis seit letztem Jahr ein 200 Liter Faß zu Hause stehen. Da das abgelassene Öl ziemlich verbraucht (schwarz wie die Nacht und sehr dünnflüssig) aussah, habe ich ihm gleich 20 Liter abgekauft. So kann ich nun während meiner weiteren Reise die Wechselintervalle verkürzen.

Nach meinem Zeitplan hatte ich zur Ankunft meiner Frau Andrea, am 27.06. diesen Monats in Ivalo, noch einen bisher nicht benötigten Sicherheits-Zeitpuffer von 7 Tagen. Diesen habe ich jetzt bei den Traktorfreunden um ca. 2,5 Tage reduziert. Mal sehen wo ich den Rest sinnvoll aufbrauchen werde.

Maiglöckchen im JuniInteressant ist es noch zu erwähnen, dass ganz offensichtlich der Frühling exakt mit der gleichen Geschwindigkeit nach Norden unterwegs ist, wie ich. So blühten während meiner Abfahrt am 28.04.12 in Gaggenau die Rapsfelder, der Flieder, die Apfelbäume und auch die Maiglöckchen. Während meiner gesamten Reise sah ich bisher die gleichen Frühlings-Indikatoren im nahezu gleichen Vegetationszustand. So blühen auch hier gerade die Apfelbäume, die Maiglöckchen und auch der Flieder. So manchesmal während meiner Reise hatte ich aber auch das Gefühl, als hätte ich den Frühling sogar überholt und war zeitweise nahezu wieder im Winter gelandet. Vielleicht habt Ihr beim Verfolgen meiner Reiseroute bemerkt, dass die Fähnchen (Meine Position) mehrmals mitten in der „Pampa“ gestoppt haben. Rastplatz am SeeDas lag daran, dass ich unterwegs absolut tolle Standplätze in der freien Natur, meist an Seen gefunden habe. Um nichts in der Welt hätte ich diese Plätze gegen einen Campingplatz eintauschen wollen. Die Natur hier ist einfach fantastisch. Auch die Finnen selbst sind großartig.Ich habe immer wieder tolle Begegnungen mit Menschen, bekomme Sachen geschenkt oder werde einfach eingeladen auf einen Kaffee oder einen Brunch. Da ich nicht unendlich Zeit habe, musste ich am Sonntag schweren Herzens eine Einladung für 5 Tage (!!) in eine Hütte am See, natürlich mit Sauna und Fischen mit Boot, ablehnen.

Sonnenuntergang am SeeEs würde absolut den Rahmen hier sprengen, wollte ich alles aufzählen was mir an Gutem wiederfahren ist. Werde dieses natürlich zu Hause in persönlichen Gesprächen und in dem Einen oder Anderen „Dia“-Vortrag, ausführlicher beschreiben.
Wie Ihr vielleicht in meiner Homepage gelesen habt, habe ich mittlerweile eine weitere Einladung zu einem Traktorclub bekommen. Werde dort, ab ca. Dienstag 2 weitere Tage meines Zeit-Puffers „opfern“, ich freue mich schon darauf.

In 1-2 Wochen werdet ihr dann wieder erfahren wie es mir ergangen ist.
Machts gut, bis dann, liebe Grüße aus Finnland

Osi

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Estland/Finnland

Am Montag kam ich, nach einer 160 km langen anstrengenden Fahrt im Yachthafen von Tallinn (Estland) an. Der Platz lag direkt am Wasser und man konnte von da aus dem Treiben der Segler, Yachtbesitzer und Keith-Surfer zuschauen.
Mein Interesse galt aber mehr der Stadt selbst, von der ich schon so viel Gutes gehört hatte. Am nächsten Morgen beschloss ich die Stadt zu Fuß zu erkunden. Nach dem langen Sitzen war ich froh mich wieder etwas bewegen zu können.
Für die 6,5 km vom Yachthafen entlang des Strandes in die Innenstadt benötigte ich 2 Stunden. Unterwegs schaute ich mir noch ein monumentales, in Beton gegossenes Kriegsmahnmal aus russischen Zeiten an.
Weiterhin begab ich mich zum Fährhafen um für 118 Euro gleich noch das Ticket für die Überfahrt nach Helsinki zu kaufen. Tallinn ist wie Riga, ebenfalls eine ehemalige Hansestadt. Die Stadt hat zwei Gesichter, das Eine ist die mittelalterlich geprägte Altstadt und das Andere die neue Stadt mit einer Skyline, etwa mit Frankfurt vergleichbar.
Hier werden die Schnittstellen zwischen estnischer Vergangenheit und der Zukunft auf engstem Raum sichtbar, vielleicht sogar spürbar.
Estlands Hauptstadt ist für die Esten außerdem das Tor zur Welt. Doch die meisten Touristen, welche die 400 000 Einwohnerstadt ansteuern, kommen hauptsächlich wegen der sehenswerten historischen Altstadt hierher. In den teilweise engen Gassen gibt es unzählige Restaurants, Cafes, Kneipen, Bars und Läden, praktisch jeder noch so kleine verfügbarer Winkel wird für touristische Bedürfnisse genutzt.
Die aus meiner Sicht negative Seite der Stadt waren die im 5 Min.Takt, mittels mit Nummerntäfelchen bewaffneten Damen und Herren, welche Besuchergruppen aus aller Herren Länder durch die Stadt geleiteten.
Was insbesondere auch daher kommt, dass die Stadt praktisch nahezu auf jedem Reiseplan einer Ostsee-Kreuzfahrt steht. So lagern im Hafen manchmal mehrere Kreuzfahrtschiffe zu gleichen Zeit nebeneinander. Weiterhin fand zur Zeit meines Besuches ein großes Festival in der Stadt statt. Ich möchte der Stadt keinesfalls unrecht tun, vielleicht hatte ich einfach nur etwas Pech mit meinem gewählten Zeitpunkt.
Doch eines habe ich der Stadt auf jeden Fall zu verdanken. In einem kleinen Restaurant etwas abseits vom Trubel machte ich Bekanntschaft mit einem speziellen Likör, welchen die Leute hier gerne zun Kaffee trinken. Er nennt sich „VALTA TALLINN“ (Altes Tallinn), eine Art Kräuterlikör. Dieser ist erhältlich mit 11% Alkohol aber auch in diversen weiteren Alkohohlstufen bis zu hin zu 55%. Natürlich kaufte ich mir eine Flasche für 15 Euro, schmeckt wirklich super.
Habe nach meinem Besuch der Altstadt mit vielen Leuten über die Stadt gesprochen. Fazit: Die einen lieben sie, die anderen wegen den Besucherströmen eher nicht. Soll sich jeder selbst ein Bild davon machen.
Am Mittwoch war frühes Aufstehen angesagt, musste ich doch um 07.30 Uhr die in Tallinn abgehende Fähre nach Helsinki ereichen. Das Eincheken sowie die 2 stündige Überfahrt verlief reibungslos, allerdings durfte ich erst als letzter in die Fähre einfahren was wohl an meiner Höchstgeschwindigkeit von max 25km/h lag. Hätte ich doch sonst die Anderen bei der Ausfahrt blockiert. Kaum war ich in der Fähre, wurde auch schon die Bugklappe geschlossen und wenige Minuten danach setzte sich die Fähre auch schon in Bewegung „Time is money“ auch hier in Tallinn.
Nach einer kurzen Zollkontrolle im Hafen von Helsinki mit nach Drogen schnüffelnden Hunden, durchquerte ich 1,5 Stunden lang die Stadt, um den (lt.GPS) nur in 10 km Luftlinie entfernten Campingplatz „Rastilla“ zu erreichen.
Der Grund waren die zahleichen Autobahnen, welche ich natürlich vermeiden wollte. Ich hatte nicht die Absicht zu testen, ob die Finnen bei der Benutzung der Autobahn mit einem Traktor genau so tolerant reagieren wie die Letten?
Helsinki habe ich einen Tag später mittels Stadtplan zu Fuß erkundet. Nach dem Verlassen der Metro wirkte die Stadt zunächst, wegen der vielen dunklen Stein- und Glasbauten kalt und abweisend auf mich. Doch während des Tages habe ich die Stadt nach und nach richtig „lieb“gewonnen.
Die Stadt bietet für Besucher eine sehr große Anzahl von Sehenswürdigkeiten wie z.B. unzählige interessante Museen, Historische Gebäude, Kirchen und Märkte. Während ich in Tallin das Gefühl hatte, die Einwohner sind nur „Randfiguren“ in Ihrer eigenen Stadt so hatte ich hier das Gefühl, als Tourist mich mit den Einwohnern zu vermischen. So konnte man gerade auf den herrlichen Märkten den Einwohnern Helsinkis beim Verkaufen und Einkaufen über die Schulter zu sehen.
Hier wird, angefangen vom Fisch, über div. Milchpodukte, Fleisch, Wurst, Brot, Souveniers, Renntierfelle sowie unzählige Arten von Marmeladen aus Beeren der heimischen Wälder usw. alles angeboten was Finnland an kulinarischen Genüssen zu bieten hat. Ein unbedingtes „Muss“ für jeden Gourmet-Liebhaber.
Da das Wetter am nächsten Tag kalt und regnerisch war, habe ich mich schweren Herzens mit nur einem Tag Helsinki begnügt und stehe jetzt auf einem 80 km von Helsinki entfernten Platz, direkt an einem Meeresarm der Ostsee.
Der Platz, ist ein ehemaliger Sommersitz eines Kaufmanns aus dem 18 Jh. An der Aufteilung des Platzes und den weitläufigen Rasenflächen  sind noch die Strukturen des ehemaligen herrschaftlichen Gartens klar zu erkennen. Die Holzgebäude aus dem 18.Jh. sind noch alle weitgehenst originalgetreu erhalten und strahlen ein nostalgisch verklärtes Ambiente aus. Der Besitzer, Herr Nykulla Oy ist sehr stolz darauf, dass die Geschichte und der Grundriss dieses ehemaligen Landsitzes sogar in einem Museum in Helsinki ausgestellt sind.
Die Sanitärräume für die Camper befinden sich in den historischen Gebäuden. Sie sind alt, aber sehr sauber.
Der Platz nennt sich Tamminiemi und ist nahe der Stadt Loviisa zu finden. Wer Ruhe, Erholung und Natur sucht ist hier absolut richtig.
Ich habe daher beschlossen hier mindestens 2 Tage zu bleiben um die Stadt und die Umgebung näher zu erkunden.
Im übrigen sind die Finnen von meiner Tour absolut begeistert. So musste ich auf dem Weg hierher zweimal am Straßenrand anhalten um unzählige Fragen nach dem WARUM und WOHER zu beantworten.
Auch hier in der kleinen Stadt begegnen mir die Menschen ausschließlich freundlich und aufgeschlossen. Einer meinte heute, meine Anwesenheit wäre schon in der gesamten Stadt bekannt und so kommen auch viele Menschen auf den Campingplatz um mein seltsames Gefährt und den „crazy Deutschen“zu fotografieren.
Auf diese Weise hatte ich schon nach kurzer Zeit Bekanntschaft mit viele netten Finnen gemacht.
Die Meisten staunen ungläubig, dass man mit einem Traktor, mit einer Geschwindigkeit von nur 18 bis 20 km/h in viereinhalb Wochen rund 3000 km fahren kann.
Da Finnland nicht nur eine russische, sondern auch eine schwedische Vergangenheit hat, gibt es in der Bevölkerung immer noch einen Anteil von ca. 6 % schwedisch sprechenden Leuten. Eine größere Anzahl davon lebt hier in dieser Ecke des Landes in der ich gerade bin. Wie überall auf der Welt, wo verschiedene Landsmannschaften zusammen wohnen, so gibt es auch hier gewisse Animositäten gegenüber des jeweils anderen Volkes.
Doch nahezu jeder hier spricht englisch und so ist auch für mich die Verständigung kein Problem.
In Finnland leben auf einer Fläche, etwas kleiner als Deutschland, nur 5,4 Mio Einwohner. Damit gilt Finnland in Europa als das am dünnsten besiedelte Land. Die meisten Einwohner konzentrieren sich auf den Süden, insbesondere auf Helsinki.
Ein Drittel des Landes liegt nördlich des Polarkreises.
Somit ist abzusehen, dass es mit meinem weiteren Reisefortschritt immer ruhiger um mich herum wird.

Daher freue mich schon auf die weiteren Etappen meiner Reise, insbesondere aber auch auf eine interessante Einladung welche mich heute Morgen per email erreichte und der ich in rund 200 km Entfernung folgen werde.
Aber darüber werde ich Euch das nächste Mal berichten.
Bis dahin, liebe Grüße aus dem herrlichen Finnland,
Osi

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Litauen / Lettland

Auch wenn es kein Wochenbericht sein soll, so ist doch wieder eine Woche vergangen.
Bei absolut sonnigem und warmem Wetter haben wir den Aufenthalt in Nida (Nidden) sehr genossen und konnten uns super erholen.
Während der 2 Tage haben wir das kleine 1500 Einwohner-Dörfchen Nida und die es umgebenden Sanddünen ausführlich inspiziert.
Schon bei meinen Planungen zu der Reise war ich mir sicher, mich hier wohl zu fühlen und wurde auch nicht enttäuscht.
Der Ort befindet sich auf der Haffseite der Nehrung und musste in früheren Zeiten wegen Versandung mehrfach verlegt werden, das letzte Mal im Jahre 1730.
Nach der höchsten Düne Europas, in Frankreich bei Arcachon die “ Dune du Pyla“, befindet sich in Nida die zweithöchste Düne, die sogenannte „PARNIDIS Dune“. Der mit Abstand wichtigste Wirtschaftszweig in Nida ist der Fremdenverkehr. Mag sein, dass es dann im Sommer hier voll wird, aber wir haben die Gemächlichkeit und Ruhe der Vorsaison sehr geschätzt.
Insbesondere die kulinarischen Angebote sind hier nicht zu verachten.
So habe ich hier einmal eine kalte „Rote Beete“-Suppe mit heißen Kartoffelecken genossen und zum anderen „Zeppeline“ (Danke Bettina für den Tipp) beides regionale Köstlichkeiten. Die Zeppeline heißen so, weil die zwei großen, mit Hackfleisch gefüllten Knödel die Form eines Zeppelins haben, dazu gibt es frischen Quark und sie kosten umgerechnet  ca. 5 Euro/Portion. Achtung, sie sind sehr „gehaltvoll“.
Weiterhin sind auf den Speisekarten sehr viel Fisch in allerlei Variationen zu finden. Schade dass wir nicht länger bleiben können, gerne hätte ich noch viele der angebotenen Köstlichkeiten probiert.
Unbedingt zu erwähnen ist natürlich auch, dass sich in Nida der Dichter Thomas Mann 1929, in toller Aussichtslage sein Ferienhaus erbaute und es mit seiner Familie von 1930 bis 1932 bewohnte.  Heute werden ganze Busladungen, von meist älteren Touristen aus Deutschland, aber auch aus vielen anderen Ländern, vor Manns Haus, welches nun ein Museum ist, ausgeladen.
Das Haus selbst ist eigentlich leer, wer möchte kann es jedoch gegen einen kleinen Obolus von Innen besichtigen. Ich habe mich darauf beschränkt die herrliche Aussichtslage vor dem Haus zu genießen.
Am Montag ging es dann von der Kurischen Nehrung mit der Fähre nach Kleipedia, um auf der weiteren Fahrt der Einladung auf ein großes Gut zu folgen.
Später auf dem Gut in der Ortschaft Zarenai wurden wir vom  Verwalter, Herr Malte Lüth-Wieppert sogleich herzlich in Empfang genommen.
Wir tranken zunächst einmal ein Begrüßungs-Bierchen zusammen, anschließend zeigte er uns sein Gut. Malte hatte mich zufällig im SWR-Fernsehen gesehen und dadurch erfahren, dass ich auf meiner Reise mit vielen Menschen in Kontakt kommen wollte.
Eine halbe Stunde später hatte ich auch schon eine Einladung von ihm in meiner Mailbox, über die ich mich natürlich sehr gefreut habe.
Noch am Abend fuhren wir mit seinem Toyota Geländewagen einen Teil seines 3000 Hektar umfassenden Gutes ab. Er erzählte uns einiges zur Geschichte des Gutes und der Umgebung und er zeigte uns außerdem einen frisch angestauten Biberdamm an einem Wasserlauf.
Hier in der Gegend gibt es außerdem auch jede Menge Rehe, Hirsche und auch Wölfe.
Auf dem Gut wird hauptsächlich Weizen, Winterraps, Hafer und dieses Jahr wird, als Versuch in dieser Region, auch Mais angebaut.
Der Boden ist nicht sehr nährstoffhaltig, weswegen auch viel gedüngt werden muss. Ein weiteres Problem ist das Wasser. Ca. 98% der 3000 Hektar sind drainiert.Im Winter wird es hier bis zu 35 Grad kalt und im relativ kurzen Sommer ca.30 Grad warm. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs blühten gerade die Apfelbäume.
Auf dem Hof gibt es 12 festangestellte Mitarbeiter und saisonal zusätzliche Helfer für die Ernte, z.B. auch Studenten aus Deutschland.
Weiterhin müssen durch sogenannte „Steinekolonnen“  nach dem Bearbeiten der Felder die Steine auf den Äckern aufgesammelt werden. Auf dem Gut befinden sich 8 große Futtersilos.
Der Abend wurde in einer kleinen Gaststätte, wohin uns Malte eingeladen hatte, beschlossen.
Weiterhin hat uns Malte einige Sehenswürdigkeiten in der Umgebung gezeigt und gab uns zahlreich interesante Infos darüber, wie heute moderne Landwirtschaft betrieben wird.
Der Traum von Malte ist es, einmal ein Gut in Russland, mit bis zu 1 Mio (!!) Hektar Land und bis zu ca. 1000 Beschäftigten zu verwalten.
Danke Malte für Deine Gastfreundschaft und die Zeit welche Du Dir für uns genommen hast, vielleicht darf ich Dich ja auch mal im Schwarzwald begrüßen – ich würde mich sehr freuen.
Weiter ging es in Richtung der Stadt Riga, wo Gerald seinen Rückfug in die Heimat gebucht hat.
Auf der Fahrt dahin musste ich allerdings auch einmal die Autobahn benutzen. Weder in der Karte noch im Navi hatte ich eine Alternative dazu gefunden.
Nach der Überquerung des Flusses Daugava (Russisch:Düna),bei Jurmala begann auch schon die vierspurige Autobahn, welche mit riesigen Schildern begrüßte. O.k. jetzt gab es kein Zurück mehr, ich drückte das Gaspedal etwas mehr durch als sonst üblich und befuhr mit der rechten Seite meines Gespanns den Bereich hinter der weißen Begrenzungslinie. Die Autos und LKW´s brausten mit hohem Tempo links an mir vorbei. Es war mir sehr unwohl dabei, erwartete ich doch sekündlich eine Polizeistreife neben mir, welche mich stoppen würde und der ich dann irgendwie erklären müsste, was einen Deutschen bewegt, in Lettland mit einem Traktor die Autobahn zu befahren. Doch nichts dergleichen geschah. Mit einem atemberaubenden Tempo von 22km/h befuhr ich 15 km lang die Strecke, ohne dass irgendein Autofahrer sich über mich sichtlich aufregte, hupte oder mir eindeutige Zeichen gab.

Über ein weitläufiges  Autobahn-Kleeblatt, einige Autos hinter mir herziehend,  verließ ich die Autobahn Richtung Riga Zentrum.
Von einem Einheimischen wurde ich später darüber unterrichtet, dass die Autobahn hin und wieder auch von Radfahrern und Pferdefuhrwerke benutzt wird und es daher von der Polizei nicht so eng gesehen würde…..
Mittlerweile alleine unterwegs, stehe ich jetzt wieder für einen Tag auf einem Campingplatz an der Ostsee.
Ich werde hier nur einen Tag bleiben, da ich noch etwas Zeit sparen muss für die Stadt Tallinn in Estland, welche wunderschön sein soll.
Ansonsten läuft nach wie vor alles wie geplant und ich komme gut voran.
Die Menschen hier sind alle sehr freundlich, bis zum heutigen Tag habe ich noch keine einzige Hupe gehört. Nicht einmal als ich mit dem Traktor morgends zur Rushhour die 800 000 Einwohner-Stadt Riga durchquerte.
Natürlich gäbe es noch sehr viel mehr zu berichten, jedoch möchte ich auch nicht zu viel verraten. Sollen doch für meine später vorgesehen Dia-Vorträge noch viele interessante Dinge zu hören und zu sehen sein.
Erwähnen möchte ich noch, dass es hier, seit Kalingrad eine Zeitverschiebung von einer Stunde nach vorne gibt und es in der Nacht (obwohl der Mond nur als kleine Sichel zu sehen ist) nicht mehr so richtig dunkel wird.

Liebe „Mitreisende“ das wars mal wieder, diesmal aus Lettland.

Das nächste Mal werde ich Euch aus Estland oder Finnland berichten.
Bis dann, liebe Grüße,
Euer Traktorreisender,
Oswald

Tief getroffen hat mich am Freitag die Nachricht vom plötzlichen Tod meines Cousins.
Wir sind zusammen aufgewachsen und gerade im Bezug auf die Vorbereitungen zu dieser Reise habe ich Bernd viel zu verdanken……….
Er hat sich sehr für meine Reise engagiert und ich habe mich schon darauf gefreut ihm nach meiner Rückkehr, vielleicht am Lagerfeuer persönlich von meinen Erfahrungen und Erlebnisse während der Reise berichten zu können………………..

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Polen-Kaliningrad (Königsberg)

Letzte Woche waren wir, wie bereits berichtet auf einem Campingplatz in Poznan.
Wie wir schnell feststellten, liefen in dem riesigen Sportpark, in der Nähe unseres Campingplatzes, gerade die Vorbereitungen für den Weltcup der Ruderer, welcher diese Woche in Poznan stattfinden soll.
Am Sonntag machten wir eine kleine Wanderung entlang des Sportgeländes in die Stadt Poznan.
Die Stadt ist zwar sehr geschichtsträchtig, doch außer einigen schön restaurierten Häusern um den Marktplatz gruppiert, konnten wir der Stadt sonst leider nicht viel abgewinnen.

Eine für uns willkommene Abwechslung war das gerade in der Stadt stattfindende Wochenende für Litauische Volkskunst.
Wir bestaunten zahlreiche tänzerische und gesangliche Darbietungen auf der Bühne mitten in der Stadt und machten uns neugierig auf Litauen.
Am Montag letzter Woche ging dann die Fahrt weiter Richtung Russland über meist sehr schmale und sehr schlechte Strassen.

Während der Fahrt hatte ich jede Menge Zeit um mir über die Unterschiede der Polen zu den Deutschen Gedanken zu machen:

Meine Beobachtungen (Blitzlicht) dabei sind sicherlich nicht repräsentativ für alle Polen, doch spiegeln sie das wieder, was ich persönlich während meiner Reise erlebt bzw. beobachtet habe. Meine gewählte Reihenfolge stellt dabei keine Bewertung dar:
–    In Polen wird noch weitaus mehr geraucht als in Deutschland (Nicht in Gaststätten)
–    Sie fahren über Schlaglochpisten, wie wir über die Autobahn
–    Sie überholen an Stellen und in Situationen an denen Deutsche niemals überholen würden, insbesondere die LKW´s
–    LKW-Fahrer sind ständig am Telefonieren mit dem Handy
–    Gefühlsmäßig gibt es in Polen mind. genauso viele Hunde, wie Polen Einwohner hat
–    Dagegen sieht man selten Katzen, was wohl an den Hunden liegt
–    Bis zu der Stadt Poznan/Posen überall sehr große Armut sichtbar, danach viel besser
–    Ebenso bis ca. zur Stadt Poznan/ überall viel Müll an den Straßenrändern und in Städten, danach drastisch besser, bzw. große Sauberkeit
–    Habe bis jetzt keine einzige Solarzelle auf den Dächern gesehen und nur vereinzelt einige Windräder
–    Polen (Männer & Frauen) trinken zum Essen meist nur Wasser (!) und Tee (!) und kein Bier oder Wein wie in Deutschland.
–    Ebenso gibt es an Raststätten keine alkoholischen Getränke
–    Man sieht auf den Straßen nur sehr wenig BMW oder Mercedesfahrzeuge, stattdessen sehr oft VW, Opel, Skoda, Citroen, Ford, Peugeot, Renault etc.
–    Die Polen sind sehr geduldig mit vorausfahrenden Traktoren mit Bauwagen, habe wirklich keinen einzigen erlebt der gemault oder gehupt hätte, auch wenn er manchmal ein Stück hinterher fahren musste
–    Hupen beim Überholen nur aus Freude über das Deutsche Traktorgespann, in Verbindung mit ausgetrecktem, nach oben gerichtetem Daumen
–    Traktoren fahren sie meist die Marken Ursus aus polnischer Produktion oder Valtra aus Finnland, öfters sieht man auch John Deere und Same

Am Mittwoch hatten wir Pech, von drei angepeilten Campingplätzen war keiner offen.
Da entdeckte ich während des Fahrens durch ein längeres Waldstück im Vorbeifahren einen Waldparkplatz. Nach einem Kilometer an einer großen Kreuzung drehte ich um, um den Parkplatz etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Nach dem Einbiegen auf den Platz stellte sich der Platz als ein von der EU geförderter Campingplatz heraus. Gleich nach dem Abstellen des Motors kam auch aus der Ferne schon der Ältere, schwarz gekleidete und an der Brust mit zahlreichen Ausweisen versehene Campingplatzwächter auf uns zu. Er sprach leider kein Deutsch und auch kein Englisch. Mit Handzeichen verständigten wir uns darauf, dass wir eine Nacht auf dem, in deutscher Schrift „Campingplatz ohne Gebühr“ stehen bleiben durften. Bevor wir zum Vespern übergingen, tranken wir mit dem Wächter noch ein Bierchen zusammen, welches er dankend annahm. Wir waren wieder einmal die einzigen Gäste und der Wächter lief die ganze Nacht hindurch auf dem Campingplatz herum um uns zu bewachen.
Ich hatte bisher noch nie einen eigenen Leibwächter, trotz der augenscheinlich sicheren Lage, schalte ich die Bewegungsmelder vorne und hinten am Bauwagen ein und ließ  für alle Fälle meinen GPS Sender eingeschaltet. Der Platz wäre ideal zum Grillen gewesen, doch leider war es draußen „bitterkalt“, so zogen wir es vor im Bauwagen zu bleiben. Morgen wollen wir früh aufstehen um die Russische Grenze und Kaliningrad zu erreichen.
Die Entscheidung früh aufzustehen war eine weisse Entscheidung.
Um 13.00 Uhr kamen wir am Grenzübergang Branjewo/Gronowo an und reihten uns brav in die Warteschlange von ca. 30 Fahrzeugen ein.
Mein Gespann wurde mehrfach nacheinandervon Polen und dann Russen gründlich untersucht – auf Russischer Seite auch sogar mit einem deutschem Schäferhund. Leider erkannte er seinen „Landsmann“ nicht.
Nachdem ich weiterhin mehrere Formulare für Traktor und Anhänger, teilweise in kyrillischer Schrift mit Hilfe der sehr freundlichen russischen Hundeführerin
ausgefüllt hatte mussten wir stundenlang warten.
Auf Nachfrage erklärte mir die Hundführerin, das Problem besteht darin, dass ich der erste Traktor wäre, welcher dies Grenze passiert und sie deshalb auf Anweisung warten
wie die Sache zu Handhaben ist. Um 17.00 Uhr verließen wir den Grenzposten Richtung Kalingrad-Stadt- Leider waren wir jetzt zu spät dran um unseren angepeilten Stellplatz auf der anderen Seite der Stadt Kaliningrad zu erreichen.
Zu erwähnen wäre noch: Bis auf einen lautstarken Anschiss, welchen ich von einer streng dreinblickenden russischen Zöllnerin kassierte, weil ich in der falschen Reihe stand, waren ausnahmslos alle Grenzbeamte uns gegenüber sehr höflich und niemals unwirsch.
Da wir nach dem späten Verlassen der Grenze nicht mehr unseren anvisierten Stellplatz am anderen Ende der Stadt erreichen würden, entschlossen wir uns daher, das an der Strasse liegende Hotel „Las Palmas“ mit Meerblick aufzusuchen (ein gutes Mittelklasse-Hotel mit bewachtem Parkplatz).
Für 25 Euro die Nacht/Person, fiel es uns auch nicht schwer, der Bedingung der Empfangsdame, nämlich ein Hotelzimmer zu nehmen, nachzukommen – Bei einem herrlichen Sonnenuntergang direkt am Meer.
Eigentlich wollten wir am nächsten Tag, mitten durch die Stadt auf die Kurische Nehrung fahren.
Wegen des sehr dichten Verkehr wählten wir stattdessen eine Ausfallstrasse um im großen Bogen die Stadt zu umfahren.
Die Leute in Russland verhielten sich uns gegenüber sehr freundlich, immer wieder bekamen wir aus überholenden Fahrzeugen heraus – genau wie in Polen – Glückwünsche mit Mimik und Gestik zugerufen. Es gab sowohl in Polen als auch in Russland niemals eine kritische Situation.
Im Gegenteil: Wir durften die Kurische Nehrung, weil wir keine Rubel bei uns hatten, ohne die sonst übliche ca. 10 Euro entsprechende Maut passieren!
Gestern sind wir nun um ca. 18.00 Uhr, kurz nach dem nun relativ unproblematischen Passieren der russischen Grenze, in Nida (Litauen) angekommen.
Hier wollen wir in erster Linie 2-3 Tage relaxen und uns die Stadt sowie die riesigen Sanddünen anschauen.
Mein gutes altes Fendt-Dieselross macht keine Probleme und schnurrt wie eine Nähmaschine vor sich hin.
Mittlerweile habe ich ein großes Vetrauen in das 35 PS-Maschinchen.
Ab Montag geht es dann weiter durch Litauen, Lettland und Estland Richtung finnische Grenze.
Wann der nächste Bericht erscheint und wie groß dieser dann ausfällt kann ich jetzt noch nicht mit Sicherheit sagen.
Ich werde Euch, liebe „Mitreisende“, aber auf jeden Fall weiterhin von Zeit zu Zeit  informieren.

Bis dann,
liebe Grüße aus derzeit Nida (Auf der Kurischen Nehrung)
Oswald

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Polen – Poznan(POSEN)

Mittlerweile ist schon wieder über eine Woche vergangen und in dieser Zeit ist wieder
viel passiert,über das ich Euch nun berichten möchte.
Wie schon im letzten Bericht erwähnt sind bis jetzt alle meine Erwartungen genauso
eingetroffen wie ich mir das vor meiner Reise erträumt hatte. Na ja, bis auf zwei
kleine Ausnahmen, erstens bin ich abends viel müder als ich mir das zuvor vorgestellt
hatte und die Sitzerei geht, trotz original und neu gepolstertem und gefedertem
Fritzmaier-Sitz  ganz schön auf den Rücken. Doch beides ist schon erheblich besser geworden.
Ich denke mal, was den Rücken betrifft werden sich an den beanspruchten Stellen
nach und nach die entsprechenden Muskeln bilden.
Ausserdem habe ich damit begonnen, als Ausgleich zum Fahren, ein wenig Gymnastik zu betreiben, das tut gut.
Gerald, mein mitreisender Freund hat nun fast schon Halbzeit, er wird in ca.2  Wochen,von RIGA wieder zurückfliegen in die Heimat.
Ich werde danach bis kurz vor das Nordkap alleine weiterreisen, um dann für
3 Wochen mit meiner Frau zusammen über das Nordkap zu fahren. So langsam hat sich bei Gerald und mir ein gewisser Rhythmus im Tagesablauf
eingestellt, welcher folgendermaßen aussieht:
Aufwachen, mit oder ohne Wecker ca. 07.00 Uhr. Gerald macht dann den
Frühstücks-Kaffee, räumt die „Bude“ auf und ich sorge mich um die Technik, wie
Prüfung von Diesel- und Ölstand, Navi und GPS-Sender montieren, Tagesstrecke
festlegen usw.
Meist zwischen 08.30 Uhr und 09.00 Uhr starten wir in den Tag. Die komplette Route
und die Tagesetappen habe ich schon im Navi gespeichert, ich muss sie nur noch
Tag für Tag abrufen. Nur die in Ostdeutschland zahlreichen und meist großräumigen
Umleitungen stören den geplanten Ablauf und ärgern mich manchmal. Sehen wir
unterwegs einen Stehimbiss legen wir meist einen kurzen Stopp ein, um einen Kaffee
zu trinken oder ein Brötchen zu essen. Nach der Mittagszeit, wenn die Müdigkeit
einsetzt, legen wir ca. alle 2 Stunden eine kurze Rast ein. Gerald ,der auf einem
separaten Sitz hinter mir sitzt, schläft auch schon mal unterwegs auf seinem
komfortablen Sitz ein.
Mein Job während des Fahrens ist: Navigieren, Fotografieren und Stichpunkte notieren.
Am letzten Sonntag ging es weiter dem Ziel entgegen.Doch zunächst gilt mein großer
Dank an dieser Stelle der Familie Günter, Bärbel und Tobias Sonnabend aus
Leinefelde-Worbis, die uns vom 06. bis 08.05.12 ein unvergessliches Wochenende bereiteten.
Vielen Dank für die Mühe, welche Ihr Euch für uns gemacht habt. Ich denke immer
wieder gerne an diese Tage mit Euch zurück.
Auch habe ich mich riesig darüber gefreut, dass mich in Leinefelde-Worbis meine Tochter Sandra,  ihr Freund Heiko und deren Freunde Steffi und „Meylo“ überraschend besucht haben.
Ich konnte es kaum glauben als sie auf einmal beim Grillfest auftauchten- Wahnsinn!!
Kurz nach unserer Abfahrt in Leinefelde-Worbis, musste ich bei plus 6 Grad und strömenden Regen schon nach 30 Min Fahrt meine komplette Nordkap-Ausrüstung anlegen: gefütterte Gummistiefel, warme Unterwäsche, Mütze und dicke Jacke. Trotzdem kam ich nicht ins Schwitzen.
Dieser Tag war fahrtechnisch wirklich kein Vergnügen für uns, abends am Geiselsee haben wir die Gasheizung bis zum Anschlag aufgedreht. Zu allem Unglück war dann auch noch unsere Wunschgaststätte am See wegen einer geschlossenen Veranstaltung für uns geschlossen. Da wir für solche Fälle immer einen Notproviant dabei haben, mussten wir an diesem Abend auch nicht verhungern.
Mit Blick auf den Geiselsee, eine ehemaliger riesige Braunkohle-Tageabbaustätte, der
in den DDR-Zeiten 16 Dörfer geopfert wurden, schliefen wir ein.
Nach einem tiefen Knäckebrot – und Rotweinschlaf erreichten wir nach 130 km Fahrt am Montag Abend Jahnsdorf im Erzgebirge.
Doch wo übernachten? Gerade bog ich mit meinem Gespann, auf der Suche nach einem Gasthaus mit großem Parkplatz in eine schmale Straße ein, da kam mir in einer Kurve völlig überraschend ein grünes, laut fauchendes Eisen-Ungetüm entgegen.
Es war Denny mit seinem FAMULUS-Traktor, Bj.62, ein Zweizylinder mit 45 Ps , hergestellt in der früheren DDR.
Nachdem wir uns in unsere unterschiedliche Dialekte eingehört hatten, ich mit meinem badischen und Denny mit seinem breiten sächsischen Dialekt, habe ich ihm erklärt wo das Ziel unserer Reise liegt. Ich glaube, wenn man Denny in diesem Moment mit der Nadel gestochen hätte, es wäre sicherlich kein Tropfen Blut geflossen.
Denny empfahl uns in Jahnsdorf die Gaststätte Morgensonne mit herrlicher Aussicht.
Um 18.30 Uhr kamen wir auf der letzten Rille oben an der Gasstätte an.
Mandy, die Wirtin, hat uns mit typischen Köstlichkeiten aus dem Erzgebirge wieder aufgepeppt.
Zu erwähnen wäre noch, dass Denny es sich nicht nehmen ließ, uns mit seinem
Eisen-Ungetüm in der Gaststätte zu besuchen. Wir verbrachten einen sehr geselligen
Abend zusammen. Nun weiß ich auch, wie gut heißer Kümmelschnaps schmeckt.
Denny der mit seinen 21 Jahren als „Traktorrist“ bzw. „Mädchen für alles“ auf einer
ehemaligen LPG arbeitet, erzählte mir viel über die Eigenheiten der hiesigen
Landwirtschaft.
In seinem Fall hat die Genossenschaft 4000 Hektar Land, 800 Rinder und
gerade gestern wurden 200 Hektar Kartoffeln gelegt. Für mich,aus dem Südwesten der
Republik, nahezu unvorstellbare Dimensionen.
Danke Denny für diesen tollen geselligen Abend.
Nach der Durchquerung des Erzgebirges, welches mich an vielen Stellen an meinen
heimischen Schwarzwald erinnert, wurden in Sachsen die Landschaften wieder offener
und die landwirtschaftlichen Flächen nahmen wiederum riesige Dimensionen an, genauso wie
die Traktoren welche die Felder bearbeiten.
Ich werde Sachsen und besonders die Sächsischen Schweiz als schönes und liebliches
Land in Erinnerung behalten. Es ist nicht auszuschließen, dass ich hier auch mal einen
Urlaub verbringen werde.
In Paulsdorf, an der Malter Talsperre verbrachte wir eine Etappe später, auf dem
Campingplatz NIXI1 eine weitere Nacht. Per Internet wurden wir aus einem der umstehenden
Wohnwagen heraus auch sogleich begrüßt. Welch Überraschung, Danke dafür.
Die nächste Überraschung fanden wir am nächsten Morgen in Form einer Tüte Brötchen und einer
Grußkarte von „Den zwei Jungs Oskar und Armin(?)“, vor unserer Tür vor.
Das hat uns auch sehr gefreut, gerne hätten wir uns noch von den beiden Bengels im Alter
von ca. zweieinhalb Jahren verabschiedet, sie waren aber bei unserer Abreise nirgends zu finden.
Am Mittwoch dann ein weiteres Highlight: Kurz vor Dresden erreichte mich ein Anruf
von Herrn Voss, ein Journalist der Mitteldeutschen Zeitung, er bat um ein Interview
für einen großen Bericht in der Wochenendausgabe der Mitteldeutschen Zeitung. Ich stimmte zu.
Das Problem war nur, er musste ca. 50 km fahren um uns zu finden, denn warten wollte ich nicht.
Es folgte ein ca. 2-stündiges Katz-und Mausspiel mit unzähligen Telefonaten.
Inzwischen hatten wir mittels Fähre in Dresden die Elbe überquert.

Unmittelbar danach ging es für ca. 8 km auf einer sehr schmalen und kurvigen Straße im 2. Gang extrem steil bergauf. Kurz vor Radeberg erreichte uns nach ca.3 Stunden der etwas genervte Anruf
von Herrn Voss mit der erneuten Frage nach unserem Standort. Obwohl wir dadurch mit
unseren Reiseplänen in Verzug kamen, einigten wir uns auf einen Treffpunkt am Marktplatz mitten in Radeberg. Wegen der Enge der Stadt fanden wir erst nach einer Ehrenrunde von ca. 20 Minuten einen Parkplatz direkt am Markt. Herr Voss begrüßte uns und informierte uns sogleich, dass er zusätzlich noch den Oberbürgermeister und einige Kollegen anderer Zeitungen eingeladen hatte.
Nach dem Interview mit Herrn Voss kam auch mittlerweile Herr Lemm, der OB der
Bier-Stadt Radeberg, ein Vertreter des örtlichen Stadt-Anzeigers und ein Journalist
der Sächsischen Zeitung zu uns an den Bauwagen um uns herzlich zu begrüßen.
Es folgte ein ca. 2 stündiges Frage- und Antwortspiel und zum Schluss die Fotos
mit dem OB , Bier trinkend und zusammen anstoßend.
Mein Ärger über den rund 2-stündigen Verzug hatte sich mittlerweile gelegt, hatten wir doch auf dem Marktplatz viel Spass miteinander. Bin mal gespannt wie der Bericht ausfällt.
Unseren Tagesplan haben wir trotzdem eingehalten. Spät abends um 19.30 kamen wir am Halbendorfer See in der Zentral-Lausitz an unserem Wunsch-Campingplatz an.
Der Grenzübertritt am nächsten Tag in Bad Muskau gestaltete sich unspektakulär.
Doch gleich über der Brücke in Polen, war Kirmes angesagt. In einem weit verzweigten Netz aus Ständen und Gassen wurde alles angeboten was der Mensch benötigt, oder auch nicht.
Nicht ohne Grund warteten auf deutscher Seite Heerscharen von Zollbeamten um die
„Abtrünnigen“ bei Ihrer Rückkehr aus Polen akribisch zu kontrollieren.
Wir beschränkten uns allerdings auf eine Ladung Diesel, gleich hinter der Grenze.
Beim Bezahlen bekam ich von der Blondine hinter der Theke gleich noch polnische Zigaretten angeboten, welche ich dankend ablehnte.
Die Distanzen zwischen den einzelnen Ortschaften sind in Polen sehr groß, es kommt öfters vor, dass 10 km kein Dorf an der Strecke liegt. Auf dem Traktor bei 18 km/h eine gefühlte Ewigkeit. Das Gleiche beim Blick über die Landschaft: soweit das Auge über das topfebene Land reicht, nur Kornfelder und hin und wieder einige Bäume .
Polen hat im Vergleich zu Deutschland, mit seinen 81 Mio. Einwohnern, nur 38 Mio. Einwohner auf einer nur unwesentlich kleineren Fläche. Die Straßen reichen von sehr gut ausgebaut bis katastrophale Holperpisten, welche ich manchmal, aus Sorge um meinen Holz-Bauwagen nur mit dem 2.Gang, mit max.7 km/h befahre.
Die Menschen in Polen, begegnen uns alle sehr offen und geben sehr oft freundliche
Handzeichen beim Überholen.
Nur letzten Abend hatten wir eine etwas unfreundliche Begegnung:
Auf der Suche nach einem Standplatz beschlossen wir nach langem Suchen, einen Stellplatz im Wald zu finden, welchen wir nach einiger Zeit auch fanden.
Abseits der Strasse hinter Bäumen versteckt parkten wir ein, holten den Tisch und zwei Stühle heraus und genossen die mitgebrachten Notreserven an Wurst, Brot, Bier und Schnaps. Gerald bemerkte: „heute haben wir ja überhaupt noch kein Highlight erlebt.“ Ich sagte: „das wird sich noch ändern!“ Hatte ich doch auf der Straße in der Ferne ein sehr langsam fahrendes Fahrzeug bemerkt. „Die haben uns mit Sicherheit gesehen“, dachte ich.
Bereits 10 Min. später, bog auch schon in unseren Sandweg ein Feuerwehr-Geländewagen ein. In schneller Fahrt und ohne dass der Fahrer uns nur eines Blickes würdigte, brauste er an uns vorbei.
Ich zu Gerald: „ Ich bin mir sicher es wird Ärger geben.“
Weitere 10 Min. später kam auch schon der Ärger in Form eines VW-Golfs und einem grün gekleideten Fahrer auf uns zu.
Der ca. 30 Jährige stieg aus, kam schnellen Schrittes über die Wiese zu uns gelaufen und sprach uns zunächst auf Polnisch an. Ich fragte ihn ob er evtl. Englisch reden könnte.
Er, in einem ziemlich forschen Ton: „nix Englisch, ich Förster hier, Du hier nix stehen
bleiben, in 15 min muss Platz geräumt sein, sonst Ärger, Du mich verstehen?“.
O.k. ich hatte sofort verstanden, hatte aber noch versucht unsere Reise und die Wahl
unseres Standplatzes zu erklären, um ihn damit etwas gütiger zu stimmen. Leider ohne Erfolg.
Schade eigentlich. Klar war er im Recht, dieses hätte man aber sicherlich auch anders sagen können.
Wir packten eilig alles ein und fanden 15 km weiter einen Standplatz vor einem Hotel,
inkl. Frühstück am nächstern Morgen.
Gestern, am Samstag, wollten wir eigentlich nicht fahren, aber der fehlende Standplatz zwang uns nahe unserer geplanten Route einen Standplatz mitten in der Stadt Poznan, ehemals Posen, anzufahren.
Die Stadt ist für meine Verhältnisse riesig. Sie beherbergt ca. eine halbe Million Einwohner, ist die fünft größte Stadt Polens und nennt sich große Kreisstadt.
Über zweispurige Einfallstraßen und zwischen fahrenden Bussen und Straßenbahnen fanden wir mitten in der Stadt, nach einer stressigen Fahrt, den 5-Sterne Campingplatz „Malta 155“.
Nach 7 Tagen täglichem Fahrens gönnen wir uns hier eine Ruhepause bis zum Montagmorgen.
Hier kann ich endlich mal wieder mein persönliches Tagebuch fortschreiben, sowie den Bericht für meine Homepage bzw. für Euch alle, welche meine Reise verfolgen, erstellen.
Außerdem steht mal wieder der „Abschmierplan“ für den Traktor und den Bauwagen an.
Evtl. wollen wir heute am Sonntag auch die Innenstadt anschauen.
Ich hoffe ich konnte Euch wieder einmal einen kleinen Einblick in meine Reise geben.
Jetzt möchte ich erstmals relaxen.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende,
Bis dann, liebe Grüße aus Polen,
Oswald

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DE – Leinefelde-Worbis

So, hier jetzt endlich der von Euch lang ersehnte Bericht von 7 Tage Traktor-Reisezeit.

Am letzten Samstag kamen meine Frau Andrea und ich, um ca. 16.00 Uhr in Schriesheim bei Heidelberg an, nicht ohne kurz vorher mit meinem Gespann noch eine Übungs-Fährfahrt bei Edingen-Neckarshausen, über den Neckar zu unternehmen. Bis auf eine heiß gelaufene vordere Auflaufbremse gab es keine besonderen Vorkommnisse. Auf der Fahrt nach Schriesheim bekamen wir aus zahlreichen überholenden Autos heraus immer wieder Glückwünsche zugerufen. Wahnsinn wie viele Leute meine Reisepläne kennen. In Schriesheim gab es anschließend eine Riesenüberraschung für uns. Zahlreiche Verwandte hatten sich eingefunden und eine große Anzahl von mir bekannten „Schriesener“  luden meine Frau und mich zu Spanferkel vom Grill, sowie Wein und Bier ein – Danke, liebe „Schriesener“ , das war ein super Abend !!

Einen besonderen  Dank auch nochmals an Gerhard und Rita für Eure super Organisation. Todmüde, aber glücklich über die erste gelungene Etappe fielen wir gegen 1 Uhr morgens in unsere Bauwagen-Betten.

Der Sonntag war der Erholung gewidmet und am Montagmorgen hatte ich gleich einen Termin bei der Firma Rufer, dem örtlichen Landmaschinen-Händler in Schriesheim.   Nach 45 Min. hatte der Geselle die Bremsen perfekt eingestellt und auch die Kupplung gleich noch etwas nachgestellt- Vielen Dank Herr Rufer und Ihrem Team für die schnelle und welch Überraschung, gesponserte Reparatur  !!!

Mittlerweile war auch mein Freund Gerald in Schriesheim eingetroffen, welcher mich ab sofort für 4 Wochen, bis Riga begleiten wird.

Um ca. 9.30 Uhr starteten wir über die „Schriesemer“ Talstrasse in den Odenwald hinein.   Im Laufe der Woche ging es dann weiter über den Vogelsbergkreis, den Main-Kienzig Kreis, Fulda-Kreis und die Rhön, um letztendlich in Thüringen zu landen.

Nach einem relativ hohen Anspannungsgrad am Anfang der Reise, werde ich jetzt nach und nach gelassener und entspannter.

Wie erwartet tauche ich nun ein die Langsamkeit der Reise, genieße in vollen Zügen die lieblichen Landschaften und treffe unterwegs immer wieder nette und sehr interessante Menschen.

So z.B. einen weiteren Traktorreisenden, welcher mit seinem Gespann gerade bei Aschaffenburg unter den Mainbrücken stand. Es handelte sich um Wolfgang Rüdell aus Bayern, einem ehemaligen Steinmetz und jetzt Rentner. Er ist mit seinem 25 PS Kramer(!!) und einem 3.5 Tonnen schweren Bauwagen schon seit 2,5 Jahren in Deutschland unterwegs.

Wir wurden von ihm spontan zu einer Tasse Kaffee in seinen, einer Bibliothek ähnelnden Bauwagen eingeladen. Er erzählte uns, dass er auch schon ein Buch geschrieben hat, dieses aber nicht ganz „jugendfrei“ wäre.

Oder z.B. Lothar Gress und seine Frau Andrea aus Hosenfeld-Brandlos, welche uns am ersten Maiabend spontan einen Standplatz für mein Gefährt, sowie kostenlos Bier, Würste und Steaks zur Verfügung stellten.

Lothar erzählte uns voller Stolz, dass er mit seinem Gespann, einem von ihm restaurierten Hannomag Perfekt 401 E und einem riesigem, toll ausgebauten Bauwagen schon auf dem Großglockner war. Ich denke Lothar wäre am liebsten gleich mit uns zum Nordkap gefahren, na ja, vielleicht das nächste mal.

Danke Lothar und Andrea für den tollen und unvergesslichen Abend, bei Dir zu Hause in bei Dir am Lagerfeuer!!

Am Mittwoch haben wir die ehemalige deutsch/deutsche Grenze überschritten, bzw  überfahren  und lagerten für eine Nacht in Thüringen, an einem See bei Dankmarshausen, mit Blick auf den „Kalimanscharo“eine riesige Abraumhalde der hiesigen Kalibergwerke.

Am Donnerstag kamen wir in Leinefelde-Worbis an, wir waren hier verabredet mit Tobias, einem Freund von Heiko und meiner Tochter.

Schon auf der Bundesstraße wurden wir von Tobias und seinem Vater Günter in Empfang genommen und auf unseren Standplatz, eine Pferdekoppel mit herrlichem Blick auf Leinefelde Worbis „eskortiert“. Sofort wurde die Wiese „möbiliert“ und auch der,  auf einem Unimog transportierte Grill war schnell abgeladen und entzündet. Na das kann ja heiter werden. Am Abend waren die örtlichen Unimog – Freunde zum Grillen zu Gast – vielen herzlichen Dank für den netten Abend mit Euch am Lagerfeuer. Morgen am Sonntag um 9.00 Uhr soll es dann wieder mit dem Traktor weiter gehen Richtung Norden

Es ist unglaublich, jetzt bin ich erst eine Woche unterwegs und habe schon so viele interessante und schöne Erlebnisse gehabt, ich komme ja fast mit dem Schreiben nicht mehr hinter her.

Einen ganz besonderen Dank an dieser Stelle, für die zahlreichen Gästebuch-Einträge / Glückwünsche auf meiner Homepage welche ich immer wieder mit Vergnügen lese und mich bei meinem Vorhaben weiter bestärken.

Mal sehen was mich/uns nächste Woche erwartet. Sobald ich wieder die Zeit dazu finde, werde ich Euch weiter über die Reise auf dem Laufenden halten.

Euer Oswald (Osi)

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Bitte um Geduld…….!

Geduld, Geduld, der erste ausführliche Bericht zu den ersten Kilometern kommt in den nächsten Tagen, im Moment bin ich schlicht weg zu müde um einen längeren Bericht zu verfassen, ich bitte hierfür um Verständnis!!  Muss mich erst noch an den neuen Ablauf gewöhnen :-))    Ist ja schließlich keine Reise mit „All Inklusiv“ 🙂  Nur so viel schon mal, die Reise ist bisher wunderbar, leider gab es aber auch schon die ersten technischen Probleme mit der Auflaufbremse vom Bauwagen, sind aber auch schon wieder gelöst !     Zur Info, macht Euch keine all zu gr0ßen Sorgen um meine Sicherheit wegen der GPS-Ortung, der jeweils letzte GPS-Koordinate vom Tag ist nicht mein aktueller Standplatz !! Trotzdem vielen Dank für die zahlreichen Tipps dazu!

Wie gesagt, ich habe Euch nicht vergessen, aber lasst mir noch ein wenig Zeit !! DANKE Bis dann, Liebe Grüsse aus Hessischen                                             Oswald

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5-4-3-2-1 … START

Es ist vollbracht, ich bin soeben fast pünktlich um 9.15 Uhr gestartet.

Die ersten 10 km liegen nun schon hinter mir und ca. 8500 km vor mir, sorry 8490 km 😉

Zahlreiche Menschen, Verwandte, Bekannte, Nachbarn, Unterstützer, Winkler Bürger, die örtliche Presse und auch bis dato mir Unbekannte haben die Gelegenheit genutzt um sich persönlich von mir zu verabschieden und das, obwohl ich doch Abschiede gar nicht mag.

Jedoch im Bewusstsein, dass ich ca. 5  Monate unterwegs sein werde, habe ich mich trotzdem riesig über die Anteilnahme und herzliche Verabschiedung gefreut.

VIELEN, VIELEN,VIELEN DANK !!!

An dieser Stelle ist es mir ein großes Anliegen, auch noch einmal allen Danke zu sagen, welche mich bisher und auch weiterhin bei der Verwirklichung meines Traumes unterstützt haben, bzw. mich weiter unterstützen.

In erster  Linie natürlich meiner Frau Andrea, meinen Töchtern Monika mit Ehemann Daniel und Sandra mit Freund Heiko, Bernd der leider nicht kommen konnte, an dieser Stelle nochmals meinen speziellen Dank an Dich, Karsten und Hans-Peter aus Bischweier, den zahlreichen Sponsoren, den vielen Winklern für Ihre Unterstützungsangebote und vielen, vielen weiteren Personen, welche ich hier nicht  alle namentlich nennen kann, ohne die aber ein solches „Unternehmen“ für einen Einzelnen weitaus schwieriger zu bewältigen wäre!!!

HERZLICHEN DANK

So, jetzt geht es aber mit Blick nach vorne zunächst mal nach Schriesheim,

liebe Schrieserner, macht schon mal die Autobahn frei, ich bin im Anflug 😉

 

Zu gegebener Zeit werde ich Euch hier an dieser Stelle weiterhin über meine Reise auf dem Laufenden halten.

Bis dann, machts gut,

Oswald

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